Buchreihe “Freiburger Romanistische Arbeiten” des Rombach Verlags

Die Reihe Freiburger Romanistische Arbeiten ist das zentrale Publikationsorgan der Freiburger Romanistik. Sie versammelt von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung geförderte Projekte, darunter ausgezeichnete Qualifikationsschriften. Die Forschungsbeiträge aus der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft eint ihr intermedialer und interdisziplinärer Zuschnitt sowie ihre Ausrichtung an aktuellen, zeitgemäßen Fragestellungen. Die Bände erscheinen hauptsächlich in deutscher, aber auch in französischer, italienischer, spanischer und englischer Sprache.

Herausgegeben von: Prof. Dr. Andreas Gelz, Prof. Dr. Ursula Hennigfeld, Prof. Dr. Hermann Herlinghaus, Prof. Dr. Daniel Jacob, Prof. Dr. Rolf Kailuweit, Prof. Dr. Thomas Klinkert und Prof. Dr. Stefan Pfänder

2020

TangoMedia. Multimodality Matters

Rolf Kailuweit, Vanessa Tölke (eds.)

Tango entstand im späten 19. Jahrhundert als anfänglich vulgär konnotierte Musik- und Tanzform in den Metropolen des Río-de-la-Plata-Raumes (Argentinien/Uruguay). Durch seine früh einsetzende Mediatisierung (Tonträger, Radio, Film) konnte er sich in Europa etablieren, bevor er in den 1930er bis 1950er Jahren in seinem Ursprungsgebiet ein Massenpublikum fand. Durch das Revival in Europa in den 1980er Jahren wurde auch im Río-de-la-Plata-Raum die Tangobegeisterung neu entfacht. Tango erscheint als Medienprodukt, das über soziale Schichten sowie regionale und nationale Grenzen hinweg konsumiert werden kann. Nicht nur Tanz und Musik, sondern auch die Liedtexte, eine bestimmte Bildsprache sowie ein spezifischer Habitus machen Tango zu einem popkulturellen Phänomen, dessen historische, soziale und mediale Dimensionen in den 13 Beiträgen des vorliegenden Bandes untersucht werden.


2019

EL OTRO (Y) YO. Percepción, Representación y Construcción de Espacio en el Español de la Ciudad de Buenos Aires

Melanie Würth

En las calles de Buenos Aires se manifiestan de manera notoria los rasgos de la ciudad global superdiversa: estilos arquitectónicos heterogéneos, pluralidad de identidades urbanas, segregación socioespacial,  así como una evidente variación lingüística visibilizan una amplia gama de influencias culturales y una larga historia de migración. Estas transformaciones complejas se muestran no solo en la estructura física de la ciudad, sino también en la memoria colectiva de sus habitantes y su discurso sobre el espacio urbano. En ese encuentro con el „otro“ se negocian significados, se construyen espacios, se trazan fronteras (materiales, sociales y simbólicas) y se despliega una marcada reflexividad respecto de las diferencias en el uso del habla. 

El presente trabajo se centra, desde la perspectiva de los habitantes de la ciudad de Buenos Aires, en la construcción colectiva y la percepción del propio espacio urbano, en las representaciones del paisaje lingüístico y en el comportamiento frente a determinados rasgos semióticos de los porteños. Con un enfoque fuertemente interdisciplinario en la investigación de la lengua en el contexto social, métodos tradicionales de la Sociolingüística se complementan y se amplían por métodos y teorías de la Geografía Cultural para comprender, así, las relaciones entre procesos de transformación urbana y la percepción de la variación lingüística en la metrópolis latinoamericana.

Im Straßenbild von Buenos Aires manifestieren sich deutlich die Merkmale der superdiversen globalen Stadt: heterogene Baustile, vielfältige urbane Identitäten, sozialräumliche Segregation sowie eine ausgeprägte sprachliche Variation lassen ein breites Spektrum von kulturellen Einflüssen und eine lange Migrationsgeschichte erkennen. Diese komplexen Entwicklungen zeigen sich nicht nur in der physischen Struktur der Stadt, sondern auch in der kollektiven Erinnerung der Stadtbewohner und ihrem Diskurs über den urbanen Raum. In dieser Begegnung mit dem „Anderen“ wird Bedeutung ausgehandelt, werden Räume konstruiert, (materielle, soziale und symbolische) Grenzen errichtet, und es entfaltet sich eine erhöhte Reflexivität bezüglich der Unterschiede im Sprachgebrauch. Die vorliegende Arbeit untersucht, aus der Perspektive der Bewohner der Stadt Buenos Aires, deren kollektive Konstruktion und Wahrnehmung des urbanen Raumes, die mentalen Repräsentationen der Sprachlandschaft und das Verhalten der porteños bezüglich verschiedener semiotischer Merkmale. Mit einem stark interdisziplinären Ansatz in der Erforschung der Sprache im sozialen Kontext werden traditionelle Methoden der Soziolinguistik durch Theorien und Methoden der Kulturgeographie ergänzt und erweitert, um so Zusammenhänge zwischen urbanen Transformationsprozessen und der Wahrnehmung der Sprachvariation in der lateinamerikanischen Großstadt aufzuzeigen.


Linguistic Landscapes. The French Connection

Mónica Castillo Lluch, Rolf Kailuweit, Claus D. Pusch (Hrsg.)

Despite some pioneering work on Linguistic Landscapes (LL) referring to French, comparatively few publications exist which are devoted to the LL in the francophone world. The objective of this collective volume is to bring together case studies within ‹francophone› areas in a broad sense as a basis for empirical research; i.e. spaces where French is involved either as a dominant or as a (sociolinguistically) subordinate language, or as a contact language. It deals with areas where French is the official language and/or where another (inter-)national language, regional languages with variable degrees of official recognition and/or non-territorialized languages of migrant communities are used apart from French.

The 11 chapters included in this volume explore various phenomena that are observable in the LL of regions in Europe (in France, Belgium, Switzerland and Italy), in the Middle East (Israel), in North America (Canada), the Caribbean (islands of Guadeloupe and St. Martin), and in the Indian Ocean (island of Réunion).


2018

Frequenzeffekte bei der Normierung einer romanischen Regional- und Minderheitensprache. Sprachpolitik und Sprachwandel im Valencianischen Land

Vanessa Tölke

Die Normierung des Valencianischen als romanische Regional- und Minderheitensprache situiert sich in einem hoch komplexen sprachpolitischen Kontext. Das diglossische Verhältnis zwischen Regionalsprache (Valencianisch) und Nationalsprache (Spanisch) steht einem Konkurrenzverhältnis zwischen zwei Varietäten der Regionalsprache gegenüber und mündet in einem politischen Konflikt um die Sprache. Der Normierungsprozess des Valencianischen stellt ein Resultat dieses Konfliktes dar. Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer gebrauchsbasierten Perspektive heraus, inwieweit sowohl Frequenz, d.h. die Auftretenshäufigkeit bestimmter Merkmale im Sprachgebrauch, als auch Salienz, als Auffälligkeit von Merkmalen für bestimmtes Sprachgebiet, bei der Ausdifferenzierung der valencianischen Sprachnorm eine Rolle spielen. Durch die quantitative Analyse eines Korpus der valencianischen Alltagssprache (Corpus Oral Valencià) untersucht die Verfasserin, inwieweit vor der Normierung auftretende Varianten in die Norm eingehen und inwiefern die Normadressaten die normierten Formen verwenden, und leistet insofern einen Beitrag zur Sprachnormierungsforschung von Regional- und Minderheitensprachen.


2017

Studi su Petrarca. Con una prefazione di Andreas Kablitz

Bernhard König

Il presente volume riunisce studi di Bernhard König, pubblicati in tedesco fra il 1965 ed il 2003 e dedicati alla poesia di Francesco Petrarca situata nel contesto della letteratura romanza del Medioevo. Particolare oggetto di interesse ne è l’architettura del Canzoniere ed il dialogo con gli stilnovisti e parimente con Dante.

La traduzione italiana, quale omaggio in occasione del 80° compleanno di Bernhard König, intende rendere accessibili all’italianistica internazionale i fondamentali e tuttora attuali contributi pubblicati da König.

Der vorliegende Band vereint zwischen 1965 und 2003 in deutscher Sprache publizierte Arbeiten von Bernhard König zur italienischen Dichtung Francesco Petrarcas, die im Kontext der romanischen Literatur des Mittelalters verortet wird. Besonderes Interesse gilt der Architektur des Canzoniere und dem Dialog mit den Stilnovisten sowie mit Dante. Die anlässlich des 80. Geburtstages von Bernhard König als Hommage gedachte italienische Übersetzung möchte diese grundlegenden und nach wie vor aktuellen Beiträge zu Petrarca der internationalen Italianistik zugänglich machen.


2016

Der US-hispanische Werbemarkt Der symbolische Konsument und die Dynamik seiner Entstehung. Eine systemisch-konstruktivistische Betrachtung

Christina Meuser

Wie entsteht Werbung, die sich an Minderheiten richtet? Wie wird aus einer heterogenen Bevölkerungsgruppe eine einzige Zielgruppe für ethno-zentrierte Werbung? Die vorliegende Studie beantwortet diese und weiterführende Fragen am bedeutenden Beispiel des US-hispanischen Werbemarktes. Dabei kommen u.a. CEOs, Kreativ- und Konzeptions-Verantwortliche der führenden Werbeagenturen und Interessenverbände zur Sprache. Durch eine systemtheoretische Analyse des Gesamtzusammenhangs gelingt es der Autorin, die komplexe Dynamik des untersuchten Werbemarktes umfassend zu beschreiben. Die vorliegende Arbeit wurde mit dem Preis der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung ausgezeichnet.


2015

Medien für Minderheitensprachen

María Alba Niño, Rolf Kailuweit (Hrsg.) n

Medien gelten als essentieller Bestandteil für die Bewahrung von Minderheitensprachen. Können die Medien aber wirklich das Prestige und die Verbreitung von Minderheitensprachen in einer globalisierten Medienkonstellation beeinflussen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind von Sprache zu Sprache zu beobachten? Bieten neue Technologien auch neue Möglichkeiten oder besteht für Minderheitensprachen die Gefahr, in der digitalen Masse zu verschwinden? Auf diese und andere Fragen geht dieser Sammelband ein und präsentiert einen Überblick über den Stand der Mediatisierung von Minderheitensprachen und Sprachkontaktphänomenen in Europa und Amerika. Die Auswahl an synchronen und diachronen Forschungsarbeiten sowie theoretischen und empirischen Beiträgen liefert ein Gleichgewicht zwischen aktuellen Tendenzen und historischen Entwicklungen. Sowohl traditionelle als auch alternative Medien werden unter der Beobachtung der Verknüpfung zwischen medialen Plattformen betrachtet. Diese Konvergenz eröffnet neue Fragen, gibt aber auch neue Hoffnung für die Zukunft der Minderheitensprachen in den Medien.


Strategien unter der Oberfläche Die Emergenz von Evidentialität im Sprachkontakt Spanisch – Quechua

Philipp M. Dankel

Im Spanischen der Anden beobachtet diese Arbeit am Beispiel der sprachlichen Kategorie der Evidentialität, wie die Sprecher ihre im Quechua versprachlichten kulturellen Routinen ins Spanische übertragen. Insbesondere die Entstehung und der frequente Gebrauch der Reportativpartikel dizque im Andenraum (aus dice que vino sagt, dass sie kam wird dizque vino sie soll gekommen sein ) wird anhand einer ausführlichen Analyse mündlicher Korpusdaten aus den drei großen Varietäten des Andenspanischen (Ecuador, Peru, Bolivien) untersucht. Dabei zeigt sich, dass in den untersuchten Varietäten mit dizque auf unterschiedlichen Stufen und mit unterschiedlicher Ausprägung eine neue grammatische Kategorie im Entstehen begriffen ist. An der Oberfläche bleibt dieser Wandel lange verdeckt, da die Sprecher die ursprünglichen Kombination aus verbum dicendi und Komplementierer in der sprachlichen Interaktion behutsam in neue, zunächst ambige Kontexte und Funktionen rücken.


Dante e la critica letteraria. Una riflessione epistemologica

Alice Malzacher, Thomas Klinkert (Hrsg.)

I contributi di questo volume hanno per oggetto il complesso rapporto tra l opera di Dante e le modalità della sua interpretazione quali si manifestano nei primi commenti, nella ricezione italiana e internazionale, e particolarmente nella critica letteraria moderna. Le indagini svolte nel libro si concentrano sia sull opera dantesca e le questioni poetiche, metapoetiche ed epistemologiche ad essa connesse, sia alla storia della sua ricezione nella letteratura e nella critica. Metodi di lettura moderni si affiancano in un fecondo confronto a metodi tradizionali e contemporanei a Dante. Gli autori del libro sono di provenienza italiana, tedesca e anglosassone.

Die Beiträge dieses Bandes untersuchen das komplexe Verhältnis zwischen Dantes Werk und den Formen seiner Auslegung, welche in den frühen Kommentaren, in der italienischen und internationalen Rezeption und insbesondere in der modernen Literaturwissenschaft erkennbar werden. Der Fokus wird dabei entweder auf Dantes Werk und die mit ihm verbundenen (meta-)poetischen und epistemologischen Fragen gerichtet oder auf die Geschichte seiner Rezeption in Literatur und Literaturwissenschaft. Moderne Methoden der Textinterpretation werden ebenso angewendet wie traditionelle und solche, die aus der Dantezeit stammen. Daraus ergibt sich ein fruchtbares methodologisches Spannungsfeld. Die Verfasser der Beiträge kommen aus Italien, Deutschland und dem angelsächsischen Raum.


2014

Return Migration in Romance Cultures

Marco T. Bosshard, Andreas Gelz (Hrsg.)

Return migration is different from other forms of migration that have been studied much more extensively. It implies a predefined movement back to the geographic place of origin and a confrontation of the new cultural knowledge acquired abroad with the traditional knowledge still present in the local culture of origin. Hence, return migration turns out to be a transgression that, once accomplished, challenges the idea of successful reintegration of the returning subject, producing social mechanisms of simultaneous inclusion and exclusion that can intensify the potentially subversive effects of the returnee as a subject determined by intercultural experience. The contributors to this volume try to map the diversity of geographic phenotypes of remigration in Romance cultures, focusing especially on literature and films representing return movements in border contexts and those between Europe, America and Africa on a transcontinental level.


Literarische Selbstinszenierung zwischen Transgression und Paradoxie

Frank O. Jäger

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen autobiographischer und fiktionaler Erzählliteratur anhand dreier französischer Schlüsselautoren des 20. Jahrhunderts. Die Überschreitung von traditionellen Gattungsgrenzen wird dabei unter dem Gesichtspunkt der Hybridisierung, d.h. der Vermischung von Schreibstrategien inhaltlich und formal sichtbar gemacht. Inszenierung und Spiel sind dabei zwei der treibenden Kräfte, durch die moderne und zeitgenössische Formen autobiographischen Schreibens geprägt werden. Die untersuchten Texte zeichnen diese bis heute im Bereich der Autobiographie vorzufindende Entwicklung nach. In ihnen wird deutlich, wie Theorie und Praxis des autobiographischen Schreibens miteinander vermischt werden, um neue literarische Formen wie Autofiktion und Autoporträt hervorzubringen.


Migration et identité

Thomas Klinkert (Hrsg.)

Les contributions de ce volume ont deux objectifs. Elles permettent d une part de mieux comprendre les phénomènes relatifs à la migration et aux constructions identitaires auxquelles elle donne lieu. D autre part, elles permettent de saisir des aspects littéraires spécifiques qui ont souvent une valeur générale, puisque la littérature issue de la migration, loin d être un cas à part, représente, par son côté autoréflexif, la literature tout court. Celle-ci a toujours été un moyen privilégié de construction identitaire ; elle l est a fortiori dans un contexte de migration. La découverte de l autre correspond à la découverte de formes littéraires adéquates qui permettent d exprimer la quête identitaire et le besoin de s adresser à l autre. 

Die Beiträge dieses Bandes haben eine doppelte Zielsetzung. Einerseits ermöglichen sie ein besseres Verständnis von Phänomenen, die mit Migration und daraus resultierenden Identitätskonstruktionen zusammenhängen. Andererseits erlauben sie das Begreifen spezifischer literarischer Aspekte, welche oftmals verallgemeinerbar sind, da die Migrationsliteratur nicht etwa ein Sonderfall, sondern, aufgrund ihrer Autoreflexivität, ein Beispiel für Literatur schlechthin ist. Literatur ist nämlich immer schon ein privilegiertes Medium von Identitätskonstruktionen gewesen und ist dies umso mehr im Kontext der Migration. Die Entdeckung des Anderen korreliert mit der Entdeckung von adäquaten literarischen Formen, die die Identitätssuche und das Bedürfnis, sich an den Anderen zu wenden, zum Ausdruck bringen.


Répétitions. Entre syntaxe en temps réel et rhétorique ordinaire

Marie Skrovec

Les productions verbales de locuteurs engagés dans une interaction orale comportent de très nombreuses répétitions. Loin de gêner la communication, ces reprises de materiel syntaxique et lexical font partie intégrante de la structure de l’oral et accompagnent le travail de production et de structuration des tours de parole. Cet ouvrage montre comment les locuteurs, dans l’immédiat communicatif, s’appuient sur différentes techniques telles que parallélismes, listes, reformulations, rétractions pour assurer le travail de formulation, garantir la cohésion et la bonne formation des productions, et organiser la coordination des échanges. Cette étude se conçoit également comme une contribution à l’étude de la syntaxe du français oral et nous donne l’occasion de decrier des schémas de l’organisation discursive caractérisés par la présence de répétitions. L’analyse porte sur de nombreux extraits de corpus, tirés de différents types d’interaction orale: conversations informelles dans un cadre privé, échanges en contexte professionnel (réunions de travail, entretiens d’embauche), récits d’expérience, interviews radiophoniques et télévisées.


2013

Goya im Dialog der Medien, Kulturen und Disziplinen

Ursula Hennigfeld (Hrsg.)

Francisco de Goya gehört zweifellos zu den bedeutendsten Malern der europäischen Kunstgeschichte. Weniger bekannt ist, dass es in vielen Ländern auch literarische Texte, Filme und Musik gibt, die sich mit seiner Biografie und seinem Åuvre beschäftigen. Was macht Goya so faszinierend für ganz verschiedene Kulturen und unterschiedliche Medien? Dieser Frage gehen Wissenschaftler aus diversen Disziplinen wie Musikwissenschaft, Romanistik, Anglistik, Germanistik, Medienwissenschaft nach. Dabei wird deutlich, dass Goya als Prototyp des engagierten Intellektuellen rezipiert wird, der mit den Mitteln der Kunst gegen staatliche Willkürherrschaft und religiösen Fanatismus kämpft. Darüber hinaus liefert seine Ästhetik ein Modell für moderne Subjektivität und die Repräsentation gesellschaftlicher und politischer Umbrüche.


Syntax, Subjektivität, Subjektivierung – Schmerzprädikate im Französischen

Eva Staudinger

Die französischen Schmerzprädikate verfügen über ein breit angelegtes Bedeutungsspektrum. Ihre semantische Bandbreite ist auf Subjektivierungsprozesse zurückzuführen, die sich als prominentes Phänomen des Sprachwandels erwiesen haben. Die vorliegende Arbeit zeigt am Beispiel französischer Schmerzprädikate auf, dass Subjektivierung zu unterschiedlichen Ausprägungen von Subjektivität führt. Dabei geht sie der Frage nach, inwieweit syntaktische Mittel zur Subjektivität einer Äußerung beitragen.


2012

Literatur und moderne Physik: Literarisierungen der Physik im französischen, italienischen und lateinamerikanischen Gegenwartsroman

Betül Dilmac

Die Arbeit untersucht das kaum erforschte Verhältnis zwischen moderner Physik und postavantgardistischer Erzählliteratur. Quantenphysikalische Modelle und Prinzipien sind insbesondere auf der Ebene der Darstellung und der poetologischen Selbstbeschreibung der Texte angesiedelt. Die Arbeit sieht die konkreten Bezugnahmen der Literatur auf die moderne Physik dadurch motiviert, dass Literatur und Physik an einem gemeinsamen epistemologischen Fundament teilhaben, dessen wesentliche Charakteristik der Zweifel an der Erfassbarkeit und Darstellbarkeit der Realität ist. Mit der Selbstreflexion der Romane im Medium der modernen Physik liegt der Versuch vor, einer prekär gewordenen Realität dennoch darstellerisch gerecht werden zu wollen, indem es gerade quantenphysikalische, den epistemologischen Zweifel stets mittransportierende Erkenntnisse sind, die auf den literarischen Text und seine zu vermittelnden Inhalte angewandt werden.


Cocoliche als Mediensprache. Die Darstellung einer Lernervarietät im Theater des Rio de la Plata-Raums

Kathrin Engels

Das Cocoliche ist eine Kontaktvarietät, die im 19. Jahrhundert in Argentinien und Uruguay durch italienische Masseneinwanderung entsteht. Diese Varietät wird nicht nur im Alltag von den Immigranten gesprochen, sondern auch von argentinischen und uruguayischen Autoren in der Literatur, insbesondere in Theaterstücken verwendet. Ziel der Arbeit ist eine Analyse der medienspezifischen Überformung der Alltagssprache. Dazu werden Faktoren herausgearbeitet, die bei der Produktion literarischer Mündlichkeit wirksam sind. Für die Repräsentation einer Kontaktvarietät in der Literatur kristallisiert sich die Rücksichtnahme auf das Verständnis bei der Leserschaft beziehungsweise beim Publikum als besonders wichtig heraus.