Staatsexamen nach WPO 2001

 

Bitte beachten: Die reguläre Frist für das Ablegen des Staatsexamens nach WPO 2001 ist ausgelaufen. KandidatInnen, die vom Landeslehrerprüfungsamt die Möglichkeit bekommen haben, die Prüfung alter Ordnung abzulegen, werden gebeten, spätestens bei der Anmeldung, also Mitte April für den Herbst- und Mitte Oktober für den Frühjahrstermin, mit dem Studiengangkoordinator (Dr. Frank Reiser, frank.reiser@romanistik.uni-freiburg.de) Kontakt aufzunehmen, um die Themenwahl für die wissenschafliche Klausur zu besprechen.

 

Prüfungsteile

Die Prüfungsphase im Staatsexamen nach der Prüfungsordnung von 2001 (‚altes‘ Lehramtsstudium) umfasst die Abfassung der Wissenschaftlichen Arbeit (häufig ‚Zulassungsarbeit‘ genannt, was insofern nicht korrekt ist, als die Note der Arbeit in die Examensnote eingerechnet wird und es nicht nur um Zulassung geht) und die Fachprüfungen in den beiden Hauptfächern (zzgl. etwaiger Erweiterungsfächer im Anschluss). Meldet man sich noch im 10. Fachsemester zur Prüfung an, kann man die Prüfungen der beiden Fächer auf zwei aufeinanderfolgende Semester splitten; danach müssen beide Fächer parallel im selben Semester absolviert werden. In den romanistischen Fächern besteht diese Fachprüfung aus zwei schriftlichen Prüfungen (Klausuren) und der mündlichen Prüfung. Typischerweise sieht der zeitliche Ablauf der Examensphase pro Fach folgendermaßen aus:

 

Zeitplan Staatsexamensphase

LLPrüfamt LLPrüfamt LLPrüfamt LLPrüfamt Prüfungswunschanmeldung Prüfungswunschanmeldung

 

Wissenschaftliche Arbeit

Die Wissenschaftliche Arbeit kann in einem der beiden Hauptfächer oder im Bereich der Pädagogischen Studien verfasst werden. Hierzu vereinbaren Sie mit einer/m Betreuer/in (üblicherweise Professor/in) Ihrer Wahl ein Thema und melden dieses per Formblatt (hier) an das Landeslehrerprüfungsamt. Dann läuft die Bearbeitungszeit von 4 Monaten, innerhalb der Sie im Bedarfsfall Unterstützung durch Ihre/n Betreuer/in erhalten können. Es ist sinnvoll, während dieser Zeit möglichst keine arbeitsintensiven wissenschaftlichen Veranstaltungen (etwa Hauptseminare) zu besuchen, sondern sich auf einige wenige Kurse zu beschränken. Sollte es ein von Ihrem/r Betreuer/in durchgeführtes oder zumindest das Fachgebiet Ihrer Wissenschaftlichen Arbeit betreffendes Examenskolloquium geben, wäre das eine Plattform für die kritische Diskussion der Arbeit und daher in dieser Phase angeraten. Die Wissenschaftliche Arbeit kann zu einem beliebigen Zeitpunkt im Hauptstudium angefertigt werden; ratsam ist aufgrund des höheren Wissens- und Erfahrungsstandes eine Abfassung in Examensnähe, wenn alle oder fast alle Pflichtveranstaltungen bereits absolviert wurden (‚scheinfrei‘). Die Wissenschaftliche Arbeit kann auch nach der mündlichen Prüfung verfasst werden, sofern die Anmeldung spätestens vier Wochen vor der ersten mündlichen Prüfung erfolgte – aber ratsam ist das nicht.
Die Note der Wissenschaftlichen Arbeit macht 10% der Staatsexamens-Endnote aus.

 

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung findet zwischen Mitte August und Mitte September (‚Herbsttermin‘) bzw. im März (‚Frühjahrstermin‘) statt. Sie muss spätestens zum 30.04. (Herbsttermin) bzw. zum 30.10. (Frühjahrstermin) beim Landeslehrerprüfungsamt angemeldet werden (hier mit Link ‚Termindateien‘ und ‚Meldeformulare‘), zusammen mit den Prüfern und Themen des mündlichen Examens (dazu mehr unten).
In den romanistischen Lehramtsfächern besteht die schriftliche Prüfung aus zwei Klausuren, die jeweils 20% der Fachnote und damit 8% der Staatsexamens-Endnote ausmachen:

1. Übersetzungsklausur Deutsch-Französisch bzw. -Spanisch bzw. -Italienisch (4 Stunden). Im Hauptfach kann die Klausur teilweise eine Texttransformation (z.B. Zusammenfassung in der romanischen Zielsprache) umfassen.
2. Fachwissenschaftliche Klausur (5 Stunden), nach Wahl der/des Kandidatin/en im Bereich Sprachwissenschaft oder Literaturwissenschaft. Auch diese Klausur ist in der studierten Sprache zu schreiben.


Die Klausuren werden zur Begutachtung unter den FachvertreterInnen verteilt; Sie haben keinen Einfluss auf die Wahl der KorrektorInnen.

Zu den Inhalten und der Vorbereitung der Fachklausur:

In der Sprachwissenschaft wird jedes Semester mind. eine Vorlesung angeboten, aus deren Themenbereich die Klausur für den darauffolgenden Prüfungstermin gestellt wird (also die Examensvorlesung des SoSe gilt für den Prüfungstermin August/September [Herbsttermin], die des WiSe für März [Frühjahrstermin]). Die Vorlesung/en (und damit die linguistischen Prüfungsthemen) ändert sich in der Regel jedes Semester; Sie erfahren die Themen mit Veröffentlichung des Vorlesungsverzeichnisses, also Mitte des vorhergehenden Semesters und damit ca. 9 Monate vor den Klausuren, die Themen. In der Klausur haben Sie meist die Wahl aus mehreren Fragen, die in der jeweiligen romanischen Sprache zu beantworten sind. Hinzu kommt eine Übersetzung aus einem romanischsprachigen wissenschaftlichen Text ins Deutsche. Das jeweilige Textkorpus wird in der/den Vorlesung/en abgesteckt. 

In der Literaturwissenschaft gibt das Romanische Seminar nach Kontaktaufnahme durch die KandidatInnen ein Rahmenthema mit drei literarischen Texten vor. Wenn nichts anderes vereinbart wird, stehen diese Rahmenthemen standardmäßig zur Verfügung: 

für Französisch:
(A) Französische Aufklärung
Fénelon: Les Aventures de Télémaque, Françoise de Graffigny: Lettres d'une Péruvienne, Diderot: Jacques le fataliste et son maître 
(B) Französische Moderne
Baudelaire: Le spleen de Paris, Gide: Les faux-monnayeurs, Perec: La vie mode d'emploi

für Spanisch:
(A) Spanische und hispanoamerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts
Domingo Faustino Sarmiento: Facundo: Civilización y barbarie, Juan Valera: Pepita Jiménez, Emilia Pardo Bazán: Los pazos de Ulloa
(B) Hispanoamerikanische und spanische Literatur des 20. Jahrhunderts
Jorge Luis Borges: Historia universal de la infamia und El Aleph, Octavio Paz: El laberinto de la soledad, Miguel Delibes: Cinco horas con Mario

für Italienisch:
(A) Humanismus/Renaissance
Boccaccio: Decameron, Petrarca: Rerum vulgarium fragmenta, Sannazaro: Arcadia
(B) Der Roman des 20. Jahrhunderts
Svevo: La coscienza di Zeno, Vittorini: Conversazione in Sicilia, Del Giudice: Atlante occidentale

 

Mündliche Prüfung

Der Zeitraum für die mündlichen Prüfungen liegt zwischen Mitte Oktober und Mitte November (Herbsttermin) bzw. zwischen Mitte April und Mitte Mai (Frühjahrstermin).
Die mündliche Prüfung dauert etwa 60 Minuten. Es kann Sprachwissenschaft oder Literaturwissenschaft als Hauptgebiet gewählt werden; in diesem Fall kommen dem Hauptgebiet etwa zwei Drittel der Prüfungszeit zu. Wird kein Hauptgebiet genannt, so werden Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft etwa gleich lang geprüft. Über die vereinbarten Prüfungsthemen hinaus wird ein Überblick über das Fach erwartet; hierzu gehören auch Kenntnisse der Literatur des betreffenden Sprachgebiets, wie sie durch die Lektürelisten vorgegeben wird.
Wie werden PrüferInnen und Themen der mündlichen Prüfung festgelegt? Sie tragen sich in die interne Prüfungswunschdatenbank des Romanischen Seminars ein. Die Datenbank ist geöffnet bis 15.03. für den Herbsttermin und bis 15.09. für den Frühjahrstermin des folgenden Jahres. Die Prüfungswunschanmeldung ist wesentlich für die Organisation des mündlichen Examens; ohne rechtzeitige Anmeldung erfolgt keine Prüferzuteilung und es ist nicht gewährleistet, dass die betroffenen KandidatInnen rechtzeitig vor der Anmeldung beim Landeslehrerprüfungsamt eine/n Prüfer/in haben. Die Prüferwünsche werden meist berücksichtigt, es besteht aber im Interesse einer möglichst gleichmäßigen Arbeitsteilung der PrüferInnen leider kein Anspruch auf Berücksichtigung eines Prüferwunsches (wohl aber auf die Prüfung selbst, wenn Sie diese rechtzeitig beim Landeslehrerprüfungsamt anmelden). Den genauen zugewiesenen Prüfungstermin erfahren Sie über Aushänge am Romanischen Seminar oder in der Terminübersicht, die Sie auf den Seiten des Landeslehrerprüfungsamtes hier herunterladen können.
Nach Verteilung der KandidatInnen werden Sie von Ihren PrüferInnen per e-Mail so rechtzeitig kontaktiert, dass genug Zeit bleibt, um die Prüfungsthemen zu vereinbaren, die mit der Anmeldung zur wissenschaftlichen Prüfung (also zusammen mit der Meldung zum schriftlichen Examen beim Landeslehrerprüfungsamt, siehe oben) genannt werden müssen. Diese Themen sind üblicherweise Fragestellungen, Methoden oder Forschungsbereiche, wie sie auch für wissenschaftliche Seminare abgegrenzt werden, also z.B. "Morphologie des Spanischen", "Das Theater Goldonis" oder "Paris in der Lyrik der Moderne". Themen der Wissenschaftlichen Arbeit und der gewählten Aufgabe des schriftlichen Examens können nicht als Themen der mündlichen Prüfung gewählt werden. Zusätzlich zu den Themen wird die Kenntnis der Methoden und Standards des Fachs und Überblickswissen (in der Sprachwissenschaft: des Gesamtsystems der studierten Sprache, auch im geschichtlichen Wandel, in der Literaturwissenschaft: der Literaturgeschichte anhand eigener Lektüren) verlangt.
Es ist empfehlenswert, im Semester vor dem Staatsexamen das Kolloquium des/r zugeteilten Prüfers/in zu besuchen, sofern ein solches angeboten wird.
Die mündliche Prüfung macht 24% der Gesamtnote des Staatsexamens aus.

Mögliche Prüfer sind die ProfessorInnen des Romanischen Seminars, also derzeit
in der Sprachwissenschaft: Prof. Jacob, Prof. Pfänder [z.Zt. teilweise vertreten von Dr. Francesco Azzarello und Dr. Oliver Ehmer] 
in der Literaturwissenschaft: Prof. Frömmer, Prof. Gelz, Prof. Herlinghaus

Ob und welche weiteren Prüfer es gibt, sehen Sie bei der Prüfungswunschanmeldung.

 

Ansprechpartner für weitere Fragen

Dr. Frank Reiser
email: frank.reiser@romanistik.uni-freiburg.de
Sprechstunde: siehe Mitarbeiterverzeichnis