Pragmatisches Kolloquium Freiburg

5. Arbeitstagung
"Neuere Entwicklungen in der Gesprächsforschung"
24.-26.März 1999

Call for papers

Tagungsprogramm


Call for papers zum Rahmenthema

Argumentieren in Gesprächen: verhandeln, diskutieren, streiten

(Deadline: 15/12/1998)

Die philosophische, sprachwissenschaftliche und rhetorische Argumentationsforschung kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, in der rationalitäts- und kommunikationstheoretische Aspekte, Formen und Standards von Argumentationen diskutiert wurden. Sie hat dabei jedoch allenfalls Strukturen schriftlicher Argumentation untersucht. Die besonderen Bedingungen und Dynamiken authentischer mündlicher Argumentation in unterschiedlichen Handlungskontexten haben in dieser Tradition dagegen keine Aufmerksamkeit gefunden. Doch auch von GesprächsforscherInnen ist Argumentieren bisher nur sehr selten als eigenständiger Untersuchungsgegenstand begriffen worden.

Mit dem Rahmenthema möchten wir einen Schritt zum Abbau dieses Defizits tun. Viele GesprächsanalytikerInnen beschäftigen sich mit Interaktionen, in denen Argumentieren eine Schlüsselrolle spielt, sei es bei der Austragung von Konflikten, der Bewältigung von Problemen oder der Entfaltung von Darstellungen. Es scheint uns an der Zeit zu sein, die vielen Erkentnisse, die bereits über diese und verwandte Interaktionsformen vorliegen, für eine gesprächsanalytische Argumentationsforschung fruchtbar zu machen. Willkommen sind Beiträge aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven zu verschiedenen Aspekten von Argumentieren in Gesprächen:

Das Rahmenthema wird in Form von Vorträgen, Workshops und einer Plenumsdiskussion behandelt werden. Um der Diskussion über Perspektiven einer genuin gesprächsanalytischen Argumentationsforschung einen gemeinsamen Boden zu schaffen, bitten wir alle ReferentInnen, in ihrem Vortrag nach Möglichkeit folgende Fragestellungen zu berücksichtigen, die uns für jede Beschäftigung mit Argumentieren in Gesprächen grundlegend zu sein scheinen:


Pragmatisches Kolloquium Freiburg

5. Arbeitstagung
Neuere Entwicklungen in der Gesprächsforschung
Freiburg, 24. bis 26. März 1999

Organisation: Martin Hartung & Arnulf Deppermann

Kontakt: Martin Hartung (hartung@gespraechsforschung.de)
Universität Konstanz
FG Sprachwissenschaft
78457 Konstanz

Tagungsraum: (wird noch bekanntgegeben)

Mittwoch, 24. März 1999
9:00 Begrüßung und Vorstellung (Martin Hartung, Konstanz)
Einführung (Arnulf Deppermann, Frankfurt): Desiderata einer gesprächsanalytischen Argumentationsforschung
10:00 Thomas Spranz-Fogasy (Mannheim): Alles Argumentieren oder was? Zur Konstitution von Argumentation in Gesprächen
11:00 Josef Klein (Landau): Argumentieren vs. Erklärenals gesprächsanalytisches Problem
12:00 Marco Rühl (Paris): Von der Beschreibung der Normen - Implikationen wechselseitiger normativer Zuschreibungen durch die Interaktanten für die Analyse argumentativer Interaktionen
13:00 bis 15:00 Mittagspause
15:00 bis 18:00 Datensitzung "Argumentieren in Gesprächen". Workhops moderiert von Arnulf Deppermann (Frankfurt) / Marco Rühl (Paris) , von Thomas Spranz-Fogasy (Mannheim) und von Martin Hartung (Konstanz)
ab 18:30 gemeinsames Abendessen im "Martinsbräu"

Donnerstag, 25. März
9:00 Dagmar Barth (Konstanz): Prozeß und Resultat von Argumentationen: Die Habitate unterschiedlicher konzessiver Relationen
10:00 Kristin Bührig (Hamburg): "auf jeden Fall" und "jedenfalls" in deliberativer Rede
11:00 Helmut Gruber (Wien): Die strategische Verwendung von Fragen in Konfliktsequenzen
12:00 Carmen Spiegel (Heidelberg): Zwei prototypische Argumentationsformen
13:00 bis 14:30 Mittagspause
14:30 Walter Kindt (Bielefeld): Unfaires Argumentieren in Talkshows
15:30 bis 18:30 Plenumsdiskussion "Argumentieren in Gesprächen". Moderation: Arnulf Deppermann
ab 19:00 gemeinsames Abendessen im "Martinsbräu"

Freitag, 26. März

9:00

Hartwig Eckert (Flensburg): Vokale, nonverbale Einflüsse auf Argumentationsprozesse und -strukturen
10:00 Heiko Hausendorf / Martina Drescher (Bielefeld): Formulierungsverfahren als "argumentative Prophylaxe" - Beobachtungen am Beispiel der elizitierten Stereotypenkommunikation
11:00 Ricarda Wolf (Mannheim): Soziale Positionierung im Gespräch
12:00 Inken Keim (Mannheim): Das rhetorische Potential von Perspektivenabschottung in kontroversen Gesprächen
13:00 Gabriele Lucius-Hoene / Christina Schäfer (Freiburg) / Arnulf Deppermann (Frankfurt): Argumentatives Erzählen
14:00 Tagungsende

letzte Änderung
21. Januar 1999