Heike Kürschner, M.A.



Promotionsprojekt


Das weit fortgeschrittene Promotionsprojekt von Heike Kürschner behandelt "Das anglo-normannische Herrschaftsgebiet als Verschriftlichungszentrum des Französischen". Das Thema ist aus verschiedenen Gründen besonders interessant. Erstens existieren im Altfranzösischen zu einem Zeitpunkt, zu dem in den anderen romanischen Sprachgebieten volkssprachliche Texte nur sehr spärlich vorhanden sind, bereits große Mengen von Texten. Zweitens ist ein beträchtlicher Teil dieser Texte nicht auf dem Gebiet des heutigen Frankreich entstanden, sondern in England. Drittens ist das Verhältnis der lateinischen und der volkssprachlichen (altfranzösischen, altenglischen) Texte, wenn man sie nach Textgattungen aufschlüsselt, auf dem Gebiet des heutigen England anders als auf dem Gebiet des heutigen Frankreich.

Heike Kürschner geht es darum, den "Kommunikationsraum" des anglonormannischen Herrschaftsgebiets als Hintergrund für die erhaltenen Textzeugen und ihre Zugehörigkeit zu Gattungen und Sprachen zu rekonstruieren. Dabei ist schon wichtig, daß sie sich nicht, wie sonst üblich, nur auf Texte einer bestimmten Sprache beschränkt, sondern die Rahmenbedingungen für die damalige -- lateinische, altfranzösische, alt- und mittelenglische -- Schriftkultur zu rekonstruieren versucht. Natürlich geht dies im Rahmen einer Dissertation nur für ausgewählte Gattungen.

Heike Kürschner hat entscheidenden Anteil an der Ausarbeitung des Inventaire systématique des premiers documents des langues romanes, das -- gefördert im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 321 "Übergänge und Spannungsfelder zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit" sowie im Rahmen des Leibniz-Programms der DFG -- in Freiburg entstanden ist und Ende 1996 als Band 100 (mit vier Teilbänden) der Reihe ScriptOralia erscheinen wird.

Zurück zur Homepage des Lehrstuhls

paginam hanc fecit W.R.