Sprechstunden und Beratungstermine

Sprechstunden und Studienberatung während der Vorlesungszeit im Wintersemester 2011/12:
 
Ich biete wöchentlich in der Regel drei Sprechstundentermine in meinem Büro (KG I, Raum 1478) an:

Diese Sprechstunde ist der Studienberatung vor allem für Bachelor-Studierende und Erasmus-Beratung vorbehalten. Es gibt jeweils drei reservierbare Slots à 15 min, für die man sich durch Listeneintrag vor meinem Büro (nicht per E-mail!) voranmelden kann. Die ersten 15 Minuten der allgemeinen Sprechstunde sind als Express-Sprechstunde für Studierende bestimmt, die nur eine Unterschrift oder einen Stempel brauchen oder ein Dokument abgeben oder abholen müssen, aber keine Beratung benötigen; für die Express-Sprechstunde ist keine Voranmeldung nötig und möglich.

Diese Sprechstunde ist für TeilnehmerInnen meiner Lehrveranstaltungen, die Referate und Hausarbeiten besprechen wollen, sowie für Studierende gedacht, deren Qualifikationsarbeiten ich betreue. Da die Beratung hierfür meistens länger dauert, gibt es jeweils drei reservierbare Slots à 30 min, für die man sich durch Listeneintrag vor meinem Büro (nicht per E-mail!) anmelden kann.
Natürlich können Sie auch weiterhin zu diesen beiden Sprechstunden ohne Voranmeldung kommen, Sie werden dann zwischen oder nach den Studierenden, die Beratungs-Slots reserviert haben, bedient.

Für Studierende, die an diesen beiden Terminen verhindert sind, biete ich zusätzlich und nur auf Voranmeldung an:

für alle Beratungsanliegen. Für diese Sprechstunde müssen Sie sich durch Listeneintrag vor meinem Büro oder auch per E-mail voranmelden; liegen keine Voranmeldungen vor, findet die Nocturna-Sprechstunde nicht statt (und ich komme dann auch nicht).

Sollte einmal einer der Sprechstundentermine ausfallen müssen, wird dies auf den Voranmelde-Listen vor meinem Büro vermerkt. Ich bitte um Verständnis, dass ich neben diesen drei Sprechstunden-Optionen zukünftig keine zusätzlichen Sondersprechstunden-Termine mehr vergeben möchte.
Ich bitte außerdem um Verständnis dafür, dass ich während meiner Sprechstundenzeit in der Regel keine Telefonate annehme (das stört die Beratungsgespräche sehr). Rufen Sie mich bitte bei Bedarf außerhalb meiner Sprechstunde an (07 61 / 2 03 31 96 oder 07 61 / 2 90 82 32).

Sprechstunden und Studienberatung während der vorlesungsfreien Zeit im Frühjahr 2012:

Lehrveranstaltungen

Im Wintersemester 2011/2012 biete ich folgende Lehrveranstaltungen an:

Im Sommersemester 2012 biete ich voraussichtlich folgende Lehrveranstaltungen an: Im Wintersemester 2012/2013 biete ich voraussichtlich folgende Lehrveranstaltungen an: Ausgewählte Lehrveranstaltungen zurückliegender Semester:

Lehrveranstaltungen des laufenden Semesters

 

Inhalt: In dieser Überblicksvorlesung werden die romanischen Sprachen in ihrer Einheit und Vielfalt dargestellt. Zunächst wird die Romania in die Sprachen der Welt und die Sprachlandschaft Europas eingeordnet. Danach wird einerseits die historische Entwicklung vom Latein zu den einzelnen romanischen Sprachen bis zum Auftreten der ersten romanischsprachigen Textdenkmäler behandelt. Parallel dazu werden die wichtigsten romanischen Sprachen und Dialekte hinsichtlich Verbreitung, Status und soziolinguistischer Situation genauer präsentiert und sollen dabei den Studierenden anhand von Ton- und Textproben etwas vertrauter gemacht werden. Im abschließenden Teil der Vorlesung werden die modernen romanischen Sprachen strukturell gegenübergestellt und verglichen.
Zur kursbegleitenden Lektüre und ggf. zur Anschaffung wird empfohlen:

Organisation: Diese Überblicksvorlesung richtet sich primär an StudienanfängerInnen des BA-Hf. Romanistik sowie der BA-Nebenfächer, für die sie als Pflicht- bzw. Wahlpflichtkurs gilt. Darüberhinaus kann die Vorlesung flankierend zu einer Einführung Sprachwissenschaft besucht werden. Für Studierende höherer Semester ist diese Vorlesung nicht geeignet, und sie kann weder als Wahlpflichtleistung "Vorlesung aus dem Bereich der Sprachwissenschaft" im Rahmen des 2. oder 3. Studienjahrs der BA-Hauptfächer noch im Rahmen von Master-Studienfächern angerechnet werden. Die Vorlesung wird auf deutsch abgehalten. Sie schließt mit einer Kurzklausur ab, auf deren Grundlage die Anrechnung als Studienleistung erfolgt.

 

Inhalt: Die Iberoromanistik befasst sich mit den romanischen Sprachen der Iberischen Halbinsel und ihren durch koloniale Expansion nach Übersee getragenen Varietäten. Im Mittelpunkt dieses Einführungskurses stehen die drei großen iberoromanischen Sprachen: die Weltsprachen Spanisch und Portugiesisch, mit ca. 300 bzw. 150 Mio. Primärsprechern die zahlenmäßig bedeutendsten romanischen Sprachen, und die größte Regionalsprache Europas, das Katalanische. Nach einer Einführung in den europäischen Sprachenraum wird dargestellt, wie sich diese Sprachen aus dem Lateinischen herausgebildet und bis in die Neuzeit weiterentwickelt haben. Im zweiten Abschnitt des Seminars werden die drei Sprachen in ihrer heutigen Erscheinungsform hinsichtlich Lautung, grammatischer Formen und syntaktischer Strukturen charakterisiert.
Zur kursbegleitenden Lektüre wird zur Anschaffung empfohlen:

Organisation: Dieser Kurs ist in erster Linie für die Studierenden des BA-Hf. IberoCultura gedacht, für die er eine Pflichtveranstaltung darstellt. Diese Studierenden sind für diesen Kurs automatisch angemeldet und belegen ihn bitte nicht zusätzlich. Studierende der BA-Nf. Portugiesisch und Katalanisch können den Kurs im Rahmen der verfügbaren Plätze online belegen. Für Lehramtsstudierende ist dieser Kurs nicht belegbar.
Der Kurs wird in deutscher Sprache abgehalten. Für die erfolgreiche Teilnahme muss ein Stundenprotokoll verfasst und müssen zwei Kurzklausuren bestanden werden.

 

Inhalt: Dieser Kurs bietet eine Einführung in Ziele, Methoden und Fragen der Sprachgeographie. Die Sprachgeographie befasst sich mit sprachlicher Variation im Raum; im Zentrum stehen dabei die Dialekte, doch werden in jüngerer Zeit auch andere im geographischen Raum wahrnehmbare Varietäten in den Blick genommen, die durch Prozesse wie Urbanisierung und Migration, wie sie für moderne Gesellschaften typisch sind, entstehen. Die Forschungsrichtung der Linguistic Landscape Studies, einer noch sehr jungen Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die zwischen Arealgeographie und Soziolinguistik steht, befasst sich mit der Präsenz von Sprache(n) im öffentlichen Raum, insbesondere im Kontext mehrsprachiger Gemeinschaften und multikultureller Räume; diesem Ansatz wird der zweite Teil der Lehrveranstaltung gewidmet sein.
Zur einführenden Lektüre wird empfohlen:

Organisation: Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache abgehalten; gute Lesekenntnisse des Englischen sind zur erfolgreichen Teilnahme notwendig, da ein Teil der zu lesenden Grundlagentexte auf Englisch verfasst ist. Neben der Anwesenheit im Kurs wird als Studienleistung die Übernahme eines Kurzreferats erwartet, das in einem kritischen und bibliographisch erweiterten Résumé eines Textes besteht, der als Grundlagenlektüre der jeweiligen Sitzung von allen SeminarteilnehmerInnen gelesen worden ist. Die Prüfungsleistung besteht wahlweise aus einer wissenschaftlichen Arbeit im Umfang von ca. 12 Seiten, die einer eigenen Linguistic-Landscape-Analyse gewidmet ist, oder einer Klausur, die zu einem Sondertermin nach Kursende geschrieben wird.
Dieser Kurs dient der Erprobung einer neuen Lehrveranstaltungs-Organisationsform "Unechter Blockkurs" und findet wöchentlich vierstündig (mit Pause) nur während der ersten Semesterhälfte statt.

 

Inhalt: In dieser Übung zur Textlinguistik wird zunächst dargestellt, was unter einem "Text" zu verstehen ist und wie sich der Begriff des Textes zu alternativen oder bedeutungsnahen Begriffen wie "Diskurs" oder "Äußerung" verhält. In einem zweiten Schritt wird eine Typologie von Texten entwickelt, wobei insbesondere auf narrative, deskriptive, argumentative und explikative Texte eingegangen und diese Texttypen anhand von Beispieltexten auf ihre Merkmale hin untersucht werden. Dabei werden Kernbegriffe der Textualität wie Kohäsion und Kohärenz, Referentialität und Deixis oder Informationsstruktur eingeführt. In diesem Zusammenhang soll deutlich werden, wie sich aus der Kombination solcher Textualitätsattribute bestimmte "wiedererkennbare" Textsorten bzw. Gattungen konstituieren und welche Bedeutung derartige "Traditionen des Sprechens" für den Gebrauch von Sprache(n) insgesamt haben. Besondere Aufmerksamkeit wird den Spezifika mündlicher Textsorten gewidmet. In einem dritten Schritt sollen die Studierenden mit den erlernten Textualitätsparametern kreativ umgehen und selbst Texte produzieren bzw. vorgegebene Texte nach bestimmten Textualitätsparametern verändern.

Organisation: Dieser Kurs ist in erster Linie für die Studierenden des BA-Hf. FrankoMedia gedacht, für die er eine Pflichtveranstaltung darstellt. Diese Studierenden sind für diesen Kurs automatisch angemeldet und belegen ihn bitte nicht zusätzlich. Studierende anderer Studienfächer und -semester können den Kurs im Rahmen der verfügbaren Plätze als Sprachwissenschaftliche Übung belegen. Der Kurs wird in deutscher und französischer Sprache abgehalten. Für die erfolgreiche Teilnahme ist die Bearbeitung der Übungsaufgaben während des Semesters erforderlich.
Dieser Kurs dient der Erprobung einer neuen Lehrveranstaltungs-Organisationsform "Unechter Blockkurs" und findet wöchentlich vierstündig (mit Pause) nur während der zweiten Semesterhälfte statt.

 

Inhalt: In der Wissenschaft und insbesondere in der Evaluation der wissenschaftlichen Produktivität nimmt die Publikationstätigkeit für den Forscher bzw. das Forschungsteam eine zentrale Bedeutung ein. Neben einem breiten Spektrum professioneller Fachverlage und Publikationsorgane gibt es einen - gerade in den Geisteswissenschaften - immer umfangreicher werdenden Bereich des semiprofessionellen Publizierens, wo Forschungseinrichtungen oder Institutionen ihre Ergebnisse im Selbstverlag oder in Zusammenarbeit mit "Druckerei-Verlagen" der Fachwelt in Papierform zugänglich machen oder als elektronische Publikation über das Internet verbreiten.
In diesem Kurs wird zunächst ein Überblick über Aufbau und Struktur des Publikationswesens im geisteswissenschaftlich-philologischen Bereich gegeben. Dabei soll deutlich werden, wo die Unterschiede zwischen professioneller und semi-professioneller Publikationstätigkeit liegen und welche zusätzlichen Qualifikationen der Desktop-Autor-Verleger braucht, die im professionellen Bereich von Spezialisten geliefert werden. Danach lernen die TeilnehmerInnen die einzelnen Arbeitsschritte bei der Erstellung der Print- und der Online-Version einer im Desktop-Publishing-Verfahren erstellten Fachzeitschrift und einer Buchreihe kennen (Artikelauswahl und -verwaltung, peer reviewing, Manuskriptaufbereitung, Korrektur- und Fahnengänge, Druckvorstufe, Bewerbung und Vertrieb) und vollziehen diese an authentischem Material nach.

Organisation: Dieser Kurs ist als BOK-Veranstaltung im Rahmen eines BA-Studiums (für Studierende aller Fachrichtungen) oder als Studienleistung Sprachwissenschaftliche / Literaturwissenschaftliche / Medienwissenschaftliche Übung (für Studierende romanistischer Studienfächer) belegbar. BA-Studierende, die den Kurs als BOK-Leistung anrechnen lassen wollen, belegen ihn bitte über das Zentrum für Schlüsselqualifikationen; Studierende der Romanistik, die ihn als Übung anrechnen lassen möchten, belegen ihn über das Belegsystem des Romanischen Seminars (Campus-Management). Zur erfolgreichen Teilnahme werden die Präsenz an den Blockterminen, die aktive Mitarbeit und die druckfertige Bearbeitung eines (zur Verfügung gestellten) Aufsatzmanuskripts erwartet. Der Kurs findet in deutscher Sprache statt, das Übungsmaterial stammt aus verschiedenen romanischen Sprachen und aus dem Englischen.

 

Inhalt: Diese kolloquiumsartige Veranstaltung richtet sich in erster Linie an BA-/MA-Studierende, deren Qualifikationsarbeiten ich (mit-)betreue, und soll diesen Studierenden ein Forum für die Besprechung der Arbeiten, ihrer Vorbereitung / Konzeption, der Durchführung der Datenerhebung und für die Präsentation von Ergebnissen bieten. Die Veranstaltung findet n.V. statt. Gäste sind in begrenzter Zahl und nach Voranmeldung per E-mail willkommen.

Lehrveranstaltungen des nachfolgenden Semesters

 

 

 

 

 

Lehrveranstaltungen früherer Semester

 

Sprachen sind in ständigem Wandel begriffen. Allerdings ist dieser Wandel nicht chaotisch, sondern folgt - retrospektiv oder im übereinzelsprachlichen Vergleich betrachtet - ziemlich festen Pfaden, beispielsweise wenn Inhaltswörter zu Funktionswörtern werden. Dieser Vorgang wird Grammatikalisierung genannt. Interessanterweise verlaufen Grammatikalisierungen in völlig unzusammenhängenden Sprachen häufig parallel; andererseits finden sich manchmal innerhalb ein und derselben Sprache oder Sprachgruppe stark divergente Entwicklungen. Für all dies scheinen universale kognitive Schemata eine große Rolle zu spielen, insbesondere, was den input des Sprachwandels betrifft. Doch auch der output ist i.A. nicht chaotisch, sondern führt z.B. zu einheitlichen und systemkonformen Paradigmata, selbst wenn sich diese (einzelsprachlich) dann als "regelmäßige Ausnahmen" (W.Raible) manifestieren. Dem liegen die Prinzipien der Morphologischen Natürlichkeit zugrunde. In diesem PS wurden die Theorien von Grammatikalisierung und Morphologischer Natürlichkeit sowie ihre praktische Anwendung auf diverse romanische Sprachen behandelt.

 

Tagtäglich laufen Wortwechsel und Kommunikationssequenzen ab, die auf den ersten Blick reichlich inkohärente wirken, und dennoch kommen die Sprecher damit im allgemeinen gut zurecht. Das situationsspezifische und durch nichtverbale Faktoren ermöglichte Funktionieren von Sprache bildet den Gegenstand der Pragmatik. In der aktuellen Forschung spielt dabei eine von D.Wilson und D.Sperber entwickelte Theorie eine große Rolle, in deren Mittelpunkt das Relevanzprinzip steht. Diesem Prinzip gemäß bemühen sich die Interaktionspartner darum, im gegebenen situationell-diskursiv-kognitiven Kontext mit möglichst geringem Aufwand maximale Wirkung, i.e. größtmögliche Relevanz zu erzielen. Dies kann unabhängig von der Semantik der geäußerten Inhalte gelingen; daher, so Wilson/Sperber, müsse zwischen kommunikativen und informativen Absichten der Gesprächspartner sowie zwischen konzeptueller und prozeduraler Bedeutung der Äußerung unterschieden werden.
In diesem PS wurden die Relevanztheorie, ihre zentralen Begriffe und Konzepte sowie alternative pragmatische Modelle behandelt.

 

Trotz der unbestrittenen Dominanz des Englischen sind die Staaten Nordamerikas ein wesentlicher Teil der (relativ) "Neuen Romania". So darf man für die USA und Kanada eine Zahl von 6,5 Mio. Primärsprechern ("Muttersprachlern") des Französischen und von etwa 20 Mio. Primärsprechern des Spanischen annehmen; daneben finden sich – zahlenmäßig schwer festzumachende – Bevölkerungsgruppen wohl aller anderen romanischen Sprachen, vom Italienischen bis zum Okzitanischen, sowie der vor allem französisch basierten Kreolsprachen. In diesem Proseminar wurden sowohl die historische Entwicklung des romanischsprachigen Nordamerika als auch die heutige soziolinguistisch-sprachpolitische Situation der einzelnen Sprachen behandelt; zugleich wurden die grammatischen und typologischen Besonderheiten der Überseeidiome thematisiert.
Sie können sich hier einen Reader herunterladen, der Kurzfassungen der Referate enthält, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Proseminars gehalten wurden. Neben einer überblicksartigen Darstellung der Einzelthemen finden sich zahlreiche bibliographische Hinweise. Zum Lesen des Readers, der als PDF-Datei vorliegt, benötigen Sie das (kostenlose) Betrachterprogramm Acrobat Reader.

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Seit dem sogenannten Pyrenäenfrieden 1659 bildet dieses Gebirge die politische Grenze zwischen Frankreich und Spanien. In sprachlicher Hinsicht jedoch sind die Pyrenäen alles andere als eine scharfe Grenze. Im Gegenteil: die Idiome dieses Sprachraums– dazu zählen neben den Staatssprachen Französisch und Spanisch das Baskische, das Okzitanische (mit gaskognischen und languedokischen Varietäten), das Aragonesische und das Katalanische – werden teilweise auf beiden Seiten des Gebirgskamms gesprochen, und sowohl diachronische Entwicklungen als auch synchronisch beschreibbare Ähnlichkeiten zwischen den Pyrenäensprachen haben die Idee eines "Pyrenäen-Sprachbunds" entstehen lassen.
In diesem Seminar wurden die diversen Pyrenäensprachen sowie die heutigen Überdachungssprachen Französisch und Spanisch in ihren regionalen Varietäten behandelt, und zwar sowohl sprachhistorisch als auch synchronisch und soziolinguistisch. In Ergänzung zu dieser Lehrveranstaltung wurde vom 14. bis 27. September 2000 eine Exkursion nach Südwestfrankreich und Nordspanien durchgeführt.

 

Mit der Bildung von Nationalstaaten im Europa der Neuzeit änderte sich auch der politische Status der Sprache(n) markant: Sprache wurde zu einem Kennzeichen der Nation, wurde zur "Nationalsprache" und damit zu einem Träger der 'nationalen Identität' stilisiert und politisch instrumentalisiert. Diese Entwicklung verlief für die einzelnen Sprachen und Staaten in Europa jedoch unterschiedlich und führte, gemäß den Eigenheiten des jeweiligen 'nation building'-Prozesses, zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Schon innerhalb der europäischen Romania spielt die Sprache - oder die Sprachen, dies vor allem in mehrsprachigen Ländern - ganz unterschiedliche Rollen für das nationale Selbstverständnis. In manchen Staaten - hier ist vor allem an Frankreich zu denken - ist der Nexus von Sprache und Nation bis heute Teil des politischen Diskurses. Vor diesem politischen Hintergrund entwickeln sich gerne sprachpuristische Tendenzen, die die 'nationale' Sprache als Identitässymbol erhalten und von anderssprachigen Einflüssen reinhalten möchten; auch hier gibt Frankreich ein gutes Beispiel ab. Gleichzeitig erweist es sich jedoch, daß dieselben Prinzipien des 'nation building' mittels Sprache auch auf subnational-regionaler Ebene angewandt werden. In der Romania läßt sich diese Spielart sprachnationalistisch-sprachpuristischer Tendenzen etwa anhand des mehrsprachigen Spaniens und seiner Autonomen Regionen exemplifizieren.
In diesem Seminar wurde das Thema des sprachbasierten 'nation building' sowohl aus theoretischer als auch praktischer Perspektive und interdisziplinär behandelt. Die Fallbeispiele kamen dabei aus der europäischen Romania und Slavia. So wurden u.a. thematisiert: das Französische und die französischen Regionalsprachen Korsisch und Okzitanisch; das Kastilische und die spanischen Regionalsprachen Katalanisch, Baskisch, Galicisch und Asturianisch; Rumänisch und Moldavisch; das Rätoromanische in Italien; die Rolle der Sprache(n) in den "verspäteten Nationen" Italien und Deutschland; das Russische, Tschechische, Ukrainische und die südslavischen Sprachen.

 

Die romanischen Sprachen – die italienische Romanistik spricht treffend von lingue neolatine – sind zwar alle direkt aus dem Lateinischen hervorgegangen. Vergleicht man jedoch das Schriftlatein, wie es uns in den klassischen Texten entgegentritt, mit den Sprachen der Romania in ihrer heutigen Erscheinungsform, so fällt sofort auf, wie weit sich die lingue neolatine von ihrer italischen 'Mutter' strukturell und typologisch entfernt haben.
In diesem Seminar wurden Aspekte der Syntax und Morphosyntax im Vergleich zwischen (klassischem und sprechsprachlichem) Latein und (mittelalterlichen, vor allem jedoch modernen) romanischen Sprachen untersucht. Dabei wurden die behandelten Bereiche - sie umfassten u.a. die Satzgliedstellung, die Subjektpronominalisierung, die Subordination (vor allem den Relativsatz), die Subjunktivgrammatik, die absoluten Konstruktionen, die Negation und den Imperativ - kontrastiv auf der Grundlage von Schul-, Referenz- und wissenschaftlichen Grammatiken und Handbücher dargestellt. In einem zweiten Arbeitsschritt wurde versucht, die Konstanten und die Innovationen in der Entwicklung vom Latein zur romanischen Einzelsprache mit dem terminologischen Inventar sowie den Modellen und Hypothesen aktueller Grammatiktheorien zu erklären.

 

Inseln stellen, sprachwissenschaftlich betrachtet, als Räume von eindeutiger natürlicher Begrenzung häufig Ausnahmezonen dar. Die Insellage kann eine besondere sprachliche Eigendynamik der dort gesprochenen Sprache(n) bewirken und auf diesem Weg zu außergewöhnlich interessanten Ergebnissen des Sprachwandels führen. Andererseits sind Inseln, die auf wichtigen Handelswegen lagen (und liegen) oder eine besondere strategische Bedeutung hatten (haben), vielfach gerade Zonen intensiven Sprachkontaktes auf bisweilen engem Raum, was seinerseits bemerkenswerte Entwicklungen fremdinduzierten Sprachwandels nach sich ziehen kann.
Im Rahmen des virtuellen island hopping, das Inhalt dieses Seminars war, haben wir uns historischen, sozio- und systemlinguistischen und kulturellen Aspekten linguistischer Insularität gewidmet. Der geographische Rahmen war dabei sehr weit gespannt: Ausgehend von Europa und dem Mittelmeerraum, griffen wir aus auf den Ost- und Nordatlantik, die Karibik, den Indischen Ozean, Südostasien und die pazifische Südsee. Behandelt wurden insuläre Varietäten der gallo-, ibero- und italoromanischen Sprachen: Jersey-Französisch, Vegliotisch, Sardisch und Korsisch, balearisches Katalanisch, Maltesisch, kanarisches Spanisch, neufundländisches Akadisch, kubanisches Spanisch, St-Barthélemy-Französisch, Madagassisch, Tahiti-Französisch, um nur einige Varietäten zu nennen. Selbstverständlich nahmen Kreolsprachen - als Inselsprachen par excellence - einen breiten Raum in der Seminararbeit ein.
Sie können sich hier einen Reader herunterladen, der Kurzfassungen der Referate enthält, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Proseminars gehalten wurden. Zum Lesen des Readers, der als PDF-Datei vorliegt, benötigen Sie das (kostenlose) Betrachterprogramm Acrobat Reader.

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Egal ob man die Schrift als eigenständiges Zeichensystem betrachtet oder ihr bloßen Abbildcharakter des Gesprochenen zubilligt: die Bedeutung von Schrift(lichkeit) in unserem Kulturkreis steht außer Frage. In diesem Seminar haben wir uns der materiellen Seite von Schriften und Orthographien gewidmet, ihren historischen, sozialen, technischen und ästhetischen Aspekten. Das Seminar gliederte sich in drei thematische Blöcke: zunächst wurde auf die historische und typologische Entwicklung von Schriftsystemen weltweit - mit besonderem Fokus auf die die Entwicklung von Alphabetschriften - untersucht. Im zweiten Teil des Seminars ging es um die Entwicklung von Schrift, Schreiben und Lesen im europäischen Kulturkreis (Wandel der Buchstaben, Schrifttypen und des Textlayouts vom Mittelalter bis zur Gegenwart; Buch- und typographische Kultur; kognitive Aspekte des Schriftgebrauchs). Im dritten Block wurden die einzelsprachlichen und die historisch-sozialen Dimensionen von Schriftzeichen und Orthographien sowie die Motive für ihre ideologisch-kulturelle Umdeutung (im Sinne einer sekundären Semantisierung) behandelt.

 

Frankreich und Spanien haben mehr gemeinsam als eine 620 km lange Grenze: beide Staaten sind etwa gleich groß und ähnlich ungleichmäßig besiedelt; beides sind Länder extremer naturräumlicher Gegensätze, mit wüstenartigen Zonen und regenreichen "grünen Flecken"; beide Staaten können auf eine lange koloniale Vergangenheit zurückblicken; beide sind bemerkenswert vielsprachig. Doch es gibt auch deutliche Unterschiede, von denen der der Regierungsform - Republik "une et indivisible" hier, parlamentarische Monarchie mit föderalen Ansätzen dort - nur einer ist. In diesem in seiner inhaltlichen Breite innovativen Seminar wurden Spanien und Frankreich anhand exemplarischer Themen gegenübergestellt werden. Nach einer allgemein Behandlung des Rahmenthemas in einem Übersichtsreferat wurden spezifische Aspekte in Vertiefungsreferaten genauer untersucht. Die Studierenden veranschaulichten ihre Referate dabei z.T. mit beachtenswerten Multimedia-Präsentationen, die auf einer CD-ROM erhältlich sind; bei Interesse melden Sie sich bitte per Mail beim Seminarleiter.

 

Der Numerus, also die morphologische Kennzeichnung der Quantität, und das Genus, d.h. die Kennzeichnung des grammatischen Geschlechts, gehören in allen romanischen Sprachen zu den grammatischen Kernkategorien, die sowohl am Nomen wie auch am Verb markiert werden. Numerus und Genus sind im Romanischen – vor allem im Vergleich zu außereuropäischen Sprachen – sehr einfach strukturiert (es wird systematisch nur zwischen Singular vs. Plural und zwischen Femininum vs. Maskulinum unterschieden); besondere Bedeutung – und Brisanz – gewinnen diese grammatischen Kategorien jedoch durch ihren unmittelbaren Verweis auf die Lebenswelt, im Falle des Genus vor allem durch den Zusammenhang 'grammatisches vs. natürliches Geschlecht'.
In diesem Proseminar wurden sowohl systemlinguistische Fragen (z.B. der Beitrag der Numerusmarkierung zur Textkohäsion; die Überreste des lateinischen genus neutrum im Romanischen etc.) als auch Themen aus der Übergangszone von grammatischer und pragmatischer Bedeutung (z.B. Singular und Maskulinum als 'unmarkierte' Glieder der Kategorien Numerus und Genus) behandelt werden. Außerdem beschäftigten wir uns mit soziolinguistisch-ethische Fragestellungen (so etwa die textsortenspezifische Berücksichtigung von natürlichem Geschlecht, die Feminisierung von Berufs- und Ämterbezeichnungen in der Romania etc.).

 

Höflichkeit ist ein universelles Sozialphänomen, das weit mehr als nur sprachlich höfliches Verhalten umfasst. Sprachliche Höflichkeit und Respektbezeigung gehören zu den bevorzugten Untersuchungsobjekten der Pragmatik; die Art und Weise und die sprachlichen Mittel, mit denen man in den Sprachen der Welt und - mutatis mutandis - in den romanischen Sprachen Höflichkeit und Respekt zum Ausdruck bringt, sind jedoch sehr vielfältig und mit unterschiedlichen Bereichen des (einzel-)sprachlichen Systems und seiner Grammatik verflochten.
In dieser Seminarveranstaltung wurden zunächst in gängige Theorien sprachlicher Höflichkeit eingeführt. Danach wurden universelle und einzelsprachliche Strategien und Phänomene von Respekt und Höflichkeit untersucht, wobei sowohl (und vor allem) die romanischen Sprachen, aber auch nicht-romanische Sprachen wie das Deutsche, das Englische und das Japanische in den Blick genommen wurden.

 

Dass man in der Stadt anders spricht als auf dem Land, war auch den Sprachwissenschaftlern und Dialektologen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts schon bekannt. Doch die systematische Untersuchung städtischer Varietäten, ihrer Eigenheiten und ihrer internen Variation rückte erst ab den 1960-er Jahren in das Blickfeld der Linguisten. Die daraus entstandene Stadtsprachenforschung ist primär soziolinguistisch ausgerichtet, tangiert aber auch zahlreiche kontakt- und systemlinguistische Fragestellungen. Diese diversen Perspektiven auf städtische Sprachlandschaften wurden in diesem Seminar - zumindest ansatzweise - berücksichtigt. Neben einer theoretischen Grundlegung der Stadtsprachenforschung beinhaltet der Kurs die Darstellung von Fallbeispielen linguistisch "interessanter" Städte wie Orléans, Lille und Marseille, Brüssel, Rom und Neapel, Barcelona, Alacant, Bilbao und Sevilla, Montréal, New York, Mexico Stadt und Rio de Janeiro.

 

Zwischen Dunkerque in Nordfrankreich und dem Kanaltal in Norditalien erstreckt sich heute über etwa 1400 km die Grenze, die drei germanische Sprachen - Flämisch, Luxemburgisch und Deutsch - von vier romanischen Sprachen - Französisch, Frankoprovenzalisch, Italienisch und Rätoromanisch - trennt. Wie die meisten Sprachgrenzen, stimmt sie weder mit politischen noch mit kulturellen Grenzlinien überein. In diesem Seminar wurde zunächst die Entstehung und historische Entwicklung der romanisch-germanischen Sprachgrenze behandelt; die Sprachen, die sich hier berühren und gegenseitig beeinflussen, wurden in ihrer Verbreitung, linguistischen Struktur und soziolinguistischen Situation charakterisiert. Die Symbiosen und Konvergenzen zwischen den Sprachen entlang der Sprachgrenze (z.B. in mehrsprachigen Regionen und Städten) wurde ebenso thematisiert werden wie historische und aktuelle Konflikte, die durch das Aufeinandertreffen von Varietäten unterschiedlicher Sprachgruppen ausgelöst werden / wurden. In diesem Zusammenhang wurden auch Aspekte der Schul- und Bildungspolitik, des Sprachenrechts, der sprachlichen Integration von Migranten u.v.m. in den Ländern und Regionen, die sich entlang dieser Sprachgrenze aufreihen, untersucht. Der Kurs diente zugleich der Erprobung eines neuen Durchführungsmodus für sprachwissenschaftliche Proseminare, der weniger auf Frontal-Referaten als vielmehr auf interaktiven, ludischen und möglichst alle Seminarteilnehmer einbeziehenden Formen des Wissenstransfers aufbaut. Die Studierenden veranschaulichten ihre Themen dabei z.T. mit beachtenswerten Multimedia-Präsentationen, die auf einer CD-ROM erhältlich sind; bei Interesse melden Sie sich bitte per Mail beim Seminarleiter.

 

L'Acadie, c'est quoi? L'Acadie, c'est l'autre communauté francophone du Canada, celle qui n'est pas québécoise (bien qu'il y ait des Acadiens au Québec aussi). L'Acadie, c'est la société francophone vivant dans les Provinces Maritimes (Nouveau Brunswick, Ile du Prince Edouard, Nouvelle Ecosse), ces terres féeriques dans l'Est canadien où l'on a toujours les pieds dans l'eau. Les Acadiens, c'est un peuple francophone, émigré au 17e siècle vers la Nouvelle France nord-américaine, un peuple d'origine géographique différente des colons qui vont s'installer au Québec et sur les terres intérieures du Canada ; différence d'origine qui explique certaines différences culturelles et linguistiques. Surtout, les Acadiens sont un peuple francophone au destin très agité voire tragique : chassés de leurs terres par les conquérants anglais et déportés au 18e siècle, ils s'enfuient en partie vers le golfe du Mississipi où ils donnent naissance à la culture cadienne de la Louisiane, zone acadienne aux Etats-Unis (connue comme "cajun" de nos jours). L'Acadie, c'est une vraie francophonie nord-américaine, aux milles facettes fascinantes : sa langue, sa musique, ses traditions folkloriques, sa littérature, l'engagement des Acadiennes et des Acadiens pour la cause acadienne et la fierté avec laquelle ils hissent, de nos jours, le drapeau acadien partout où ils se considèrent chez eux, dans l'Est canadien et ailleurs, tout cela fait de l'Acadie et des Acadiens un sujet digne d'un cours de civilisation francophone.
Aus dieser Lehrveranstaltung ist eine Ausstellung hervorgegangen, die vom 10. bis 22. Juli 2006 in der Seminarbibliothek des Romanischen Seminars gezeigt wurde. Die Ausstellungsplakate sind im verkleinerten Format hier herunterladbar.

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Die Begriffe 'Subjekt' und 'Objekt' gehören zu den Grundlagen der Grammatik und zu jenen Teilen der sprachwissenschaftlichen Terminologie, die meistens auch linguistisch weniger Versierten noch bekannt sind: das Subjekt (dt. Satzgegenstand) ist der- oder dasjenige, von dem eine Verbalhandlung ausgeht, und das Objekt bezeichnet den- oder dasjenige, worauf die Verbalhandlung abzielt. In den meisten uns geläufigen europäischen Sprachen wird das Subjekt durch einen morphologisch wenig aufwändigen Kasus, den Nominativ, markiert, während Objekte in anderen, morphologisch komplexeren Kasus stehen.
Dieses einfache Bild von Subjekt und Objekt hat allerdings nur solange Bestand, wie man sich an die traditionelle Grammatik hält; beim näheren Hinsehen tut sich ein weites Feld spannender Fragen auf, die darauf hindeuten, dass das Verhältnis von Subjekt und Objekt weit über das hinausgeht, was die Schulgrammatik uns gelehrt hat. Zu diesen Fragen gehören z.B. folgende:

Diese und andere Fragen wurden in diesem Seminar anhand der gemeinsamen Lektüre von wichtigen sprachwissenschaftlichen Texten zum Thema und durch didaktisierte Anwendung des so gewonnenen Wissens auf die romanischen Sprachen (in Form von Kurzreferaten) behandelt.
 

 

Die spanische Autonomie Comunitat Valenciana / Comunidad Valenciana, volkstümlich meist als Land València (kat. País Valencià, span. País Valenciano) bezeichnet, ist eine Region starker Gegensätze, die sich geographisch im Kontrast zwischen dem Küstensaum und dem gebirgigen Landesinneren festmachen lassen: die Küsten und Ebenen sind traditionell katalanischsprachig, dicht besiedelt, verfügen über eine hochleistungsfähige Landwirtschaft und weisen einen starken Tourismus auf. Die Bergregionen sind mehrheitlich kastilischsprachig, Abwanderungszonen ohne wirtschaftliche Dynamik und touristisch kaum erschlossen. Kontrast und Konflikt oder – positiv gewendet – Facettenreichtum kennzeichnen auch andere Aspekte valencianischer Geschichte, Kultur und Gesellschaft: die katalanisch- und spanischsprachige Literatur, die volkstümlichen Traditionen, die politische Landschaft, den valencianischen Sprachenkonflikt. Ausgewählte Themen aus diesem landeskundlichen Bereich bildeten den Gegenstand des Seminars, in dessen Rahmen ein Studientag zum Seminarthema durchgeführt wurde.

 

Der afrikanische Kontinent weist aktuell mit etwa 2100 Idiomen 30% der weltweit gesprochenen Sprachen auf; Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit sind charakteristisch für afrikanische Sprachgemeinschaften nördlich und – vor allem – südlich der Sahara. Die romanischen Sprachen gehören nicht zu den autochthonen Sprachen Afrikas, wenn man von der frühen, durch die arabische Expansion überdeckten Romanisierung des nordwestafrikanischen Küstensaums in antiker Zeit absieht. Dennoch spielen romanische Sprachen in vielen Ländern und Regionen des sog. "schwarzen Kontinents" eine wichtige Rolle: als Handels- und Kolonialsprachen im Zuge der europäischen Expansion in der Neuzeit nach Afrika getragen, haben sie vielerorts bis heute die Funktion von Staats-, Verwaltungs-, Bildungs- und Kultursprachen inne, und in einigen Fällen sind romanische Sprachen sogar zu Muttersprachen für afrikanische Sprecher geworden.
Der Kurs widmete sich der Geschichte der Verbreitung der romanischen Sprachen Französisch und Portugiesisch sowie – in geringerem Maße – Spanisch und Italienisch im Afrika der kolonialen und post-kolonialen Zeit. Sowohl die interne Dynamik der afrikanischen Varietäten romanischer Sprachen als auch Sprachkontaktphänomene mit indigenen und anderen kolonialen Sprachen wurden dabei in den Blick genommen, ferner wurde auch die Herausbildung von Kreolsprachen auf romanischer Basis behandelt. Am Rande haben wir auch der romanischsprachigen Literatur, die in Afrika entstand und entsteht, Aufmerksamkeit geschenkt.

 
 

Jeder Text hat seine Grammatik, und das Funktionieren grammatischer Kategorien auf der Ebene von Texten ist Gegenstand der Textlinguistik. Deren Anwendung auf Texte der sog. 9. Kunst – den Comic – ist eine besondere Herausforderungen, denn im Comic spielen sprachliche und bildliche textkonstituierende Elemente in einer ganz engen Weise zusammen. Ziel dieses Kurses war es, wichtige grammatisch-textlinguistische Konzepte zu vermitteln. Dabei wurde auf Begriffe wie Thema-Rhema, grounding (textuelle Vordergrund vs. Hintergrund), Kohäsion und Kohärenz (und damit verbundene Strukturmerkmale wie Anaphorizität und Pronominalisierung), Tempus, Aspekt, aber auch auf allgemeinere zeichen- und kommunikationstheoretische Aspekte wie Ikonizität und Indexikalität, Expressivität etc. eingegangen. Nach einer theoretisch-linguistischen Einführung in diese Begriffe und Konzepte wurde untersucht, wie die Text-Bild-Fusionsgattung Comic mit diesen Elementen umgeht, worin z.B. die Tempusstruktur in einem Comic der eines Alltags- oder eines literarischen Textes ähnlich ist und wo sie davon abweichen kann. Auf diese Weise sollten den Kursteilnehmern sowohl ein Einblick in die grundlegenden Beschreibungskategorien von Sprache und Kommunikation als auch in die Besonderheiten der Textsorte "Comic" gegeben werden. Der Transfer von der linguistischen Theorie zum Comic wurde dabei von den Studierenden selbst anhand von Comic-Beispielen, die sie sich selbst ausgesucht haben, vollzogen.

 

Die Geographie ist die Raumwissenschaft schlechthin, d.h. ihr Ziel ist es, natürliche Phänomene und Strukturen, aber auch menschliche Tätigkeit in ihrer Auswirkung auf einen Raum, eine bestimmte territoriale Bezugseinheit zu beschreiben. Die Sprache bzw. das Sprechen gehört nicht zu den menschlichen Tätigkeiten, die wir primär unter dem Gesichtspunkt ihrer Räumlichkeit oder ihrer räumlichen Erstreckung betrachten; und doch ist der Zusammenhang von Sprache und Raum evident: eine Sprache ist nur dann lebendig, wenn sie irgendwo, in einem bestimmten Territorium oder an einem bestimmten Ort, gesprochen wird, und ein kommunikatives Ereignis vollzieht sich immer in einem - auch räumlich verstandenen - situativen Kontext, der auf Verlauf und Struktur des kommunikativen Ereignisses zurückwirken kann.
Geographie ist daher in der Sprachwissenschaft allgegenwärtig: wir sprechen ganz selbstverständlich von Sprachgebieten, Sprachgrenzen, Sprachinseln - allesamt geographische Konzepte. Und mit der Frage von Sprache und Raum befassen sich innerhalb der Sprachwissenschaft mehrere - teilweise schwer gegeneinander abgrenzbare - Teildisziplinen wie die Areallinguistik, die Sprachgeographie und die Geolinguistik. In diesem Seminar haben wir uns die unterschiedlichen Bereiche, wo die Geographie mit der Linguistik in Berührung tritt, näher angesehen. Dabei ging es um Fragen wie die folgenden: Wie wird Raum in der Geographie und in der Sprachwissenschaft definiert? Welche Auswirkungen haben geographisch-naturräumliche Faktoren auf Sprachentwicklung und Spracherhalt? Wie dokumentieren z.B. die Dialektologie und die Soziolinguistik die räumliche Dimension von Sprache(n)? Welche Rolle spielen Raum und Territorialität in der Architektur der Sprache, in der sprachlichen Minderheitenforschung und im Sprachenrecht? Wie lassen sich Sprachwandel und sprachliche Dynamik geographisch beschreiben und erklären?

 

Die Schweiz ist kein großes Land, und die französische Schweiz (auch Westschweiz, Welschschweiz oder Romandie genannt), die nur etwa ein Viertel des schweizerischen Territoriums einnimmt, wird häufig gar nicht als eigener Raum, sondern vielfach einfach nur als sprachliches und kulturelles "Anhängsel" Frankreichs wahrgenommen. Nur die mondänen Orte rund um den Genfer See - Genève, Lausanne, Montreux - erfreuen sich größerer Bekanntheit und prägen das Bild der französischen Schweiz im Ausland. Und dabei ist die Suisse Romande eine Region von großer geographischer, ethnolinguistischer und kultureller Vielfalt mit einer ganz eigenen, von Frankreich und dem Rest der Schweiz über weite Strecken unabhängigen Geschichte.
In diesem Landeskundeseminar haben wir uns diesen Teil der Frankophonie, der uns geographisch eigentlich sehr nahe ist (die französische Schweiz beginnt nur wenige Kilometer hinter Basel...), genauer angesehen. Dabei haben Themen wie die sprachliche und politische Position der Westschweiz in der föderalen, viersprachigen Schweiz und die größeren und kleineren Konflikte entlang des sog. "Röstigrabens", die Situation der frankoprovenzalischen Dialekte sowie die in der Westschweiz entstandene und entstehende Literatur ebenso Berücksichtigung gefunden wie die alte und neuere Geschichte der Region, die Entstehung des einzigen wirklich frankophonen Kantons Jura, die geographische, demographische und wirtschaftliche Struktur des Raumes und die Vielfalt an teilweise sehr archaischen volkstümlichen Traditionen. Dabei wurde deutlich, dass die Suisse Romande hier und da durchaus den (vor allem durch die Inner- und die Ostschweiz geprägten) helvetischen Klischees entspricht, aber in vielfacher Hinsicht ein Land von einem ganz eigenen Gepräge ist.

 

Inseln stellen, sprachwissenschaftlich betrachtet, als Räume von eindeutiger natürlicher Begrenzung häufig Ausnahmezonen dar. Die Insellage kann eine besondere sprachliche Eigendynamik der dort gesprochenen Sprache(n) bewirken und auf diesem Weg zu außergewöhnlich interessanten Ergebnissen des Sprachwandels führen. Andererseits sind Inseln, die auf wichtigen Handelswegen lagen (und liegen) oder eine besondere strategische Bedeutung hatten (haben), vielfach gerade Zonen intensiven Sprachkontaktes auf bisweilen engem Raum, was seinerseits bemerkenswerte Entwicklungen fremdinduzierten Sprachwandels nach sich ziehen kann. Aufgrund der in der Regel überschaubaren räumlichen Ausdehnung von Inseln lassen sich solche Kontakt- und Wandelprozesse im insulären Kontext vielfach besser beobachten als auf der terra ferma.
In diesem Kurs ging es um Inseln, die geographisch zu Europa gerechnet werden, und die dort gesprochenen (romanischen und auch nicht-romanischen) Sprachen. Die einzelnen Inseln wurden dabei zunächst in ihrem naturräumlichen, historischen und sozio-ökonomischen Kontext situiert. In einem zweiten Schritt wurde(n) die dort gesprochene(n) Sprache(n) strukturell-deskriptiv und sozio-/variationslinguistisch untersucht, wobei wo immer möglich die Arbeit mit authentischen Sprachbeispielen zur Anwendung kam. Folgende Inseln / Inselgruppen und -sprachen wurden behandelt: die Kanalinseln Jersey, Guernsey und Sark und ihr anglonormannisches Französisch; die nordfriesischen Inseln und das Friesische; die Färöer-Inseln und das Färöische; die Isle of Man und das Manx; Belle-Ile-en-Mer und das akadische Französisch; die Kanarischen Inseln und das kanarische Spanisch; die Balearischen Inseln Mallorca, Menorca und Eivissa und das balearische Katalanisch; Korsika und das Korsische; Sardinien, das Sardische und das algheresische Katalanisch; Malta und das Maltesische; Krk / Veglio und das vegliotische Dalmatisch; die Aland-Inseln und das finnische Schwedisch.

 

Frankreich ist ein Land der Schlösser und Burgen, die wir heute in erster Linie als touristische Attraktionen erleben. Doch über ihren touristischen und ästhetisch-künstlerischen (und hier insbesondere architektonischen) Wert hinaus lassen sich an den Schlossbauten Frankreichs vielfältige Aspekt der politisch-sozialen Geschichte des Landes, der administrativen und der gesellschaftlichen Struktur der jeweiligen Epochen, der Position Frankreichs im europäischen Kulturraum, des Selbstverständnisses ihrer Erbauer und ihrer jeweiligen Staats- und Herrschaftsideologie ablesen. Auch die Wahrnehmung dieser Schlossbauten durch die französische Öffentlichkeit, ihre Rezeption und ihre Nutzung unterlagen und unterliegen ständigem Wandel, und einzelne Schlösser gehören zum festen Kanon der französischen lieux de mémoires.
In diesem Kurs wurden nach einer Einführung in die Typologie der Schlösser und Burgen einzelne Schlossbauten exemplarisch dargestellt und in ihren historischen Kontext eingeordnet, wobei sowohl baulich-künstlerische als auch politisch-gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt wurden. U.a. wurden behandelt: der Louvre in Paris; die Schlösser von Versailles, Chantilly, Vaux-le-Vicomte und Fontainebleau in der Ile-de-France; die Schlösser an der Loire; das Schloss Pierrefonds in der Picardie; und die Haut-Koenigsbourg im Elsass. Außerdem wird auf die Rezeption der französischen Schlossarchitektur im 20. Jahrhundert eingegangen, u.a. durch die Behandlung der als "Versailles du peuple" apostrophierten sozialen Wohnungsbauten in den sog. Villes Nouvelles der Ile-de-France und durch das Château Frontenac in Québec (Kanada).
Aus diesem Kurs ist eine gleichnamige Posterausstellung hervorgegangen, die im Juni / Juli in der Bibliothek des Romanischen Seminars zu sehen war.

 

Das Französische ist eine vielfach verkannte Weltsprache, zumindest wenn man sein Verbreitungsgebiet im Maßstab einer Weltkarte darstellen möchte. Viele Flecken auf dem Globus, wo das Französische präsent ist, lassen sich auf einer solchen Karte gar nicht richtig abbilden, weil es sich um vergleichsweise kleine, mitunter winzige Inseln handelt. "Klein, aber oho" kann man da aus sprachwissenschaftlicher Sicht nur sagen, denn gerade die insulären Vorkommen des Französischen, die französischen Dialekte und Varietäten sowie die auf französischer lexikalischer Basis entstandenen Kreolsprachen, die auf den französischen "Sprachinseln" (im geographischen Sinne) in den sieben Weltmeeren gesprochen werden, sind sowohl sprachgeschichtlich als auch soziolinguistisch, deskriptiv-systemlinguistisch und nicht zuletzt migrations- und kontaktlinguistisch von größtem Interesse.
Dieser Kurs, der den 2. Teil der Seminarreihe "Inseln und Sprachen" bildete, widmete sich den frankophonen Inseln außerhalb Europas. U.a. wurden behandelt: die Inseln St. Pierre und Miquelon, die Madeleine-Inseln und die Prinz-Edward-Insel im Nordatlantik; die karibischen Inseln Martinique, Guadeloupe, St Lucia, St Barthélemy und St Martin; die Inseln Réunion, Mauritius und die Seychellen im Indischen Ozean; und Neukaledonien sowie die Inseln Französisch-Polynesiens im Pazifik.

 

La francophonie européenne, ce sont surtout trois pays: la France, entièrement francophone, la moitié sud de la Belgique (y comprise la capitale du pays, Bruxelles) et la partie occidentale de la Suisse, appelée Suisse Romande. Ces trois pays étaient au centre de l'intérêt de ce cours de culture et civilisation qui, après une brève introduction au concept et à la notion de "francophonie", les a présentés d'abord sous un angle géographique et géo-politique, en tenant compte du statut et de la diffusion de la langue française et du poids démographique et socio-économique de la population francophone dans les différents territoires concernés. Dans un deuxième temps, un certain nombre de sujets historiques, politiques, socio-culturels et artistiques ont été traité de manière comparative, confrontant la France, la Belgique et la Suisse partout où une telle approche comparative était possible. Ont ainsi été traités les sujets suivants, parmi d'autres: centralisme vs. fédéralisme; les systèmes politiques et administratifs; le patrimoine historique et artistique; infrastructures et aménagement du territoire; industries traditionnelles et technologies de pointe; le tourisme; l'art culinaire; musique, spectacles et festivals; la bande dessinée. Il va de soi que les multiples facettes de ces trois pays francophones n'ont pas pu être traitées de façon exhaustive dans la limite de temps d'un semestre; l'objectif du cours était plutôt de sensibiliser les étudiant.e.s à la pluralité et à la richesse de la culture francophone en Europe en leur offrant un tour d'horizon sous la forme de 'morceaux choisis'.

 

Die Grammatikalisierungstheorie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Beschreibungs- und Erklärungsansatz für Sprachvariation und Sprachwandel entwickelt. Der Grundgedanke dieses Ansatzes besteht darin, dass ein beträchtlicher Teil der sprachlichen Dynamik darauf zurückzuführen ist, dass lexikalische Elemente des Sprachsystems grammatische Funktionen übernehmen oder grammatische Elemente andere, abstraktere grammatische Funktionalitäten entwickeln und dass sich solche Prozesse entlang von universalen, auf kognitiven Grundlagen und Parametern aufbauenden Grammatikalisierungspfaden abspielen.
In diesem Kurs beschäftigten wir uns mit der Grammatikalisierungstheorie in ihren verschiedenen, teilweise eher morphologisch, teilweise eher pragmatisch ausgerichteten Spielarten, ihren Grundannahmen und zentralen Begriffen, den ihr nahestehenden Mechanismen von Reanalyse, Lexikalisierung und Pragmatisierung und ihrer Anwendung auf diachrone und synchrone Fragen der romanischen Sprachwissenschaft. Dabei wurde versucht, die in der Forschung häufig am Englischen und außereuropäischen Sprachen untersuchten Prozesse in den romanischen Sprachen wiederzufinden und für die Romania charakteristischer Grammatikalisierungsphänomene zu thematisieren.

 

Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit sind in der globalisierten Welt allgegenwärtig und führen zu vielgestaltigen Phänomenen sprachlicher Variation. Ziel dieses Proseminars war es, in wichtige Begriffe, Konzepte und Modelle des Sprachkontakts und des kontaktinduzierten Sprachwandels einzuführen und diese anhand von Fallbeispielen aus der romanischsprachigen Welt zu illustrieren. Als Leitfaden dienten dabei das Handbuch von Riehl (2009). U.a. wurden im Rahmen des Kurses behandelt: individuelle vs. gesellschaftliche Mehrsprachigkeit; Interferenz, code-switching, code-mixing und Code-Replikation; Diglossie; sprachliche Konvergenz und Divergenz; Kommunikationsräume / Glossotope; Sprachdynamik in der Diaspora, Sprachinsel-Phänomene; Sprachbünde; Kreolisierung; Spracherwerbsstrategien von Zweitsprachenlernern und Migranten; Sprachhybridisierung und mixed languages; Sprachverlust, Sprachentod und Sprachwiederbelebung.

 

Le français et l'anglais sont considérés "langues mondiales" et, par là, langues en concurrence sur le marché linguistique mondialisé. Cependant, la cible de ce cours n'était pas cette situation de concurrence mais plutôt l'étude empirique de zones géographiques et d'aires communicatives où le français et l'anglais se trouvent (ou se sont trouvés) côte à côte et donc en situation de contact. L'objectif du cours était de comprendre dans quelles circonstances historiques et socio-économiques ces situations de contact ont emergé, comment actuellement ces langues s'y modifient mutuellement et quelles influences exerce l'une sur l'autre, et quelles représentations et attitudes socio-linguistiques en découlent. Ont été étudiés, entre autres: le contact historique entre français anglo-normand et anglais dans l'Angleterre du 11e au 13e siècle; anglais et français sur les Iles Anglo-Normandes; anglais et français au Canada; zones francophones aux Etats-Unis; l'anglais sur les îles francophones de la Caraïbe; anglais et français au Cameroun; le français sur l'Ile Maurice; le français et / ou l'anglais dans des espaces urbains plurilingues (Bruxelles; Montréal, Ottawa, Toronto, Moncton/Dieppe); l'anglais langue de migration en France. Ce cours a été donné en français et en anglais.

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Letzte Aktualisierung: 10.01.2012
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