Forschung

Forschungsfelder: Gesprächsforschung, Interaktionale Linguistik, Kognitive Semantik, Konstruktionsgrammatik, Mental Space Theory, multimodale Analysen

Schwerpunkte: Imagination, Animierte Rede/redewiedergabe, Improvisation, Positionierung und Identität, Alltagserzählungen, Performancetheorie, Interaktionsmodalitäten, Erstellung von Sprachkorpora


Habilitationsprojekt

Komplexe Adverbialkonstruktionen im Gesprochenen Französisch

 



Dissertation

Imagination und Animation. Die Herstellung mentaler Räume durch animierte Rede

Aus gesprächsanalytischer Perspektive untersucht die Arbeit ein mentales Phänomen: Imagination in Gesprächen. In Verbindung von Interaktionaler Linguistik und Kognitiver Semantik wird Imagination als ein Prozess modelliert, in dem Sprecher gemeinsam szenisch strukturierte mentale Räume schaffen. Imagination wird damit sowohl als konversationelle Aktivität, als auch als Prozess gemeinsamer Kognition (Shared Cognition) verstanden.
Die empirische Grundlage bildet ein Korpus deutscher und spanischer Gespräche. Untersucht werden Sequenzen, in denen die Sprecher die Rolle von Figuren übernehmen, deren Äußerungen animieren und sich dabei in eine imaginierte Szene versetzen. Gewählt werden ausschließlich Daten, in denen die Sprecher keine Rede wiedergeben (also vergangene Äußerungen rekonstruieren), sondern ein fiktives, hypothetisches, negiertes oder generisches Ereignis “aufführen”. Dies deckt ein breites Spektrum an konversationellen Kontexten ab, das vom interaktiven Entwerfen zukünftiger Handlungen über gemeinsame Fiktionalisierungen bis zur Animation von Äußerungen in grammatischen Konstruktionen reicht.

Rezension von Elisabeth Zima


Eingereicht am 2. September 2009; Fachprüfung 28. Juli 2010
Philologische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.


Erstbetreuer: Prof Dr. Stefan Pfänder (Romanisches Seminar, Freiburg)
Zweitgutachter: Prof. Dr. Peter Auer (Deutsches Seminar, FRIAS, Freiburg)

Ehmer, Oliver (2011): Imagination und Animation. Die Herstellung mentaler Räume durch animierte Rede. Berlin/New York: de Gruyter.


Diplomarbeit

Spontane Inszenierungen in Alltagsgesprächen

Die Arbeit beschäftigt sich mit solchen Sequenzen in Alltagsgesprächen, in denen Sprecher ein Element des aktuellen Gespräches aufgreifen und hieraus eine vorgestellte Szene (im Sinne eines Phantasmas nach Karl Bühler) entwerfen. Dieses Entwerfen geschieht meist in der Weise, dass die Gesprächsteilnehmer weniger über die Szene, sondern vor allem in der Szene sprechen. Sie animieren mittels direkter Rede die Stimme einer Figur in der Szene. Damit wird in einer spontanen Inszenierung ein im aktuellen Gespräch vorausgegangenes Element dargestellt bzw. im Sinne einer Performance aufgeführt. Die Datengrundlage der Arbeit sind selbst angefertigte Aufnahmen natürlicher Alltagsgespräche. An ausgewählten Sequenzen wird mittels konversationsanalytischer Methoden erstens untersucht, wie die Teilnehmer die Gesprächsaktivität in ihrer Emergenz organisieren. Hierbei wird das Zusammenspiel indexikalischer Hinweise auf verschiedenen sprachlichen Ebenen betrachtet und insbesondere die Relevanz des Sprechausdrucks als Kontextualisierungsmittel herausgearbeitet. Zweitens wird untersucht, welches gesprächsfunktionales Potential spontane Inszenierungen bieten. Am Ende der Arbeit wird darüber hinaus diskutiert, ob der Gesprächaktivität poetische bzw. ästhetische Qualitäten zugesprochen werden können.

vorgelegt im Oktober 2004
Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Erstgutachterin: PD Dr. Ines Bose (Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik, Universität Halle-Wittenberg)
Zweitgutachter: PD Dr. Stefan Pfänder (Institut für Romanistik, Universität Halle-Wittenberg)