Emergente Konstruktionen

Leiter des Forschungsprojekts Emergente Konstruktionen in einer plurizentrischen Weltsprache oder: "Wie alle Welt Französisch spricht." (in Zusammenarbeit mit Mar Garachana, Barcelona)

Das Französische der Gegenwart ist (wie im Übrigen das Spanische, Englische, Deutsche und viele andere mehr) eine plurizentrische Sprache mit mehreren nebeneinander existierenden Varietäten. Der systematische Vergleich verschiedener Varietäten des Französischen in grammatischer Perspektive ist, obwohl eine nahe liegende Idee, bislang noch nicht systematisch verfolgt worden.

Sprachdaten werden für die Analysen teils der Datenbank MOCA entnommen, teils in ausgewählten frankophonen Arealen neu erstellt. Nach dem ersten Projektjahr liegen neu erstellte Daten für Cayenne, Dakar, Kairo und Numea vor.

Die Analysen der in diesen Sprachdaten zu beobachtenden emergenten Konstruktionen werden derzeit einerseits in ihrer Entstehung in der Echtzeit der Sprachproduktion beschrieben (on line-Syntax, situierte Emergenz), andererseits wird die Sedimentierung von Konstruktionen in Form neuer Systemstellen des Französischen (syntaktischer Wandel, diachrone oder panchrone Emergenz) in den Blick genommen.

Die bisher durchgeführten Analysen erweisen sich als ergiebig für ein theoretisches Modell, das letztlich die jüngst so genannten „Frankoversalien“– also syntaktische Universalien in der Frankophonie – herausarbeiten möchte. Die Frage danach, „wie alle Welt Französisch spricht“, wird im Projekt also dergestalt operationalisiert, dass auf neu entstehende syntaktische Strukturelemente (emergente Konstruktionen) fokussiert wird.

FinanzierungFritz-Thyssen-Stiftung
Zeitraum2008-2010