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Eine Freiburger Rarität - Theater auf Portugiesisch mit Os Quasilusos

Auf ihre portugiesische Theatergruppe kann sich die Freiburger Universität getrost etwas einbilden, denn die Quasilusos vom Romanischen Seminar sind Deutschlands einzige portugiesischsprachige Studententheatergruppe. Und die kann sich sehen lassen, wie das 25-köpfige Ensemble um Lektorin Beatriz Silva im vergangenen Sommersemester mit Ariano Vilar Suassunas O Auto da Compadecida einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Rund 300 vergnügte Zuschauer verfolgten an zwei Abenden die Abenteuer des João Grilo (im Wechsel gespielt von A. Júnior, J. Rabaça und N. Bodmann), der zusammen mit seinem Kumpel Chicó (J. Neubauer und M. Wagner) seine Dorfgemeinschaft im Nordosten Brasiliens kräftig aufmischt und Klein und Groá zum Narren hält. Der größte Coup gelingt dem redegewandten Grilo allerdings erst posthum: Als Toter überzeugt er Jesus (dargestellt von Regisseurin B. Silva) und die Jungfrau Maria (P. Strasser) davon, ihm eine zweite Chance auf Erden zu geben. Abgerundet wurde das Spektakel von den traditionellen Musik- und Gesangseinlagen des bekannten brasilianischen Musikers und Wahl-Freiburgers Paulo Colares.
Die ansteckende Freude ist vor allem dem beispiellosen Einsatz der Lektorin zu verdanken, die im Wintersemester 1999/2000 das erste Theaterprojekt verwirklichte. Seither gelang es Silva jedes Semester, ein Ensemble zu formen und gegen Ende des Semesters auf die Bühne zu schicken. Silva selbst übernahm mehrmals auch eine kleine Rolle. Unterstützung erhält die Truppe inzwischen nicht nur von der portugiesischen Botschaft in Berlin, sondern sogar von Portugals Goethe-Institut, dem Instituto Camões. Die Plakate gestaltet die junge Künstlerin Sonja Männel. Auf insgesamt acht erfolgreiche Aufführungen blicken die Quasilusos inzwischen zurück, die vom klassischen portugiesischen Theater eines Gil Vicente bis hin zu modernen brasilianischen Stücken ganze 400 Jahre, vom frühen 16. bis zum 20. Jahrhundert reichen.
Obwohl in diesem Semester voraussichtlich gleich mehrere altgediente Mitglieder die Quasilusos verlassen werden, steht nun sogar der Sprung ins 21. Jahrhundert an: Das angekündigte Stück A Casa da Cabeça de Cavalo von Teolinda Gersão wurde jüngst erst in Portugal uraufgeführt.

von Moritz Trebeljahr