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Erben der Aufklärung: Die literarischen Cafés von Madrid

Radiofeature von Widmar Puhl (SWR2 Wissen)

Bereits im Madrid des 19. Jahrhunderts waren Kaffeehäuser wie das „Gran Café Gijon“ Treffpunkt für Literaten und Intellektuelle. Hier wurde die Kultur der „Tertulia“ gepflegt – der Vortrag literarischer und philosophischer Texte mit anschließender Diskussion. Die „Tertulias“ waren eine Art Gegenprogramm zu den als verkrustet empfundenen staatlichen Akademien. Hier konnte man sich vom intellektuellen Gängelband der Professorenschaft lösen und trat direkt mit dem Publikum in Kontakt. Bis zur Franco-Diktatur waren die literarischen Cafés Orte der freien Rede und lebhafter öffentlicher Debatten. An diese demokratische Tradition knüpft man in Madrid seit einigen Jahren wieder an. Verschiedene Vereine veranstalten wöchentliche „Tertulias“ – und auch im „Gran Café Gijon“ treffen sich Künstler und Literaten wieder regelmäßig zur Diskussion mit den Gästen.

Sendung zum Lesen: Manuskript

Sendung zum Horen:

Quelle:
SWR2 Wissen, Erben der Aufklärung, Die literarischen Cafés von Madrid