Forschung

Projekte

Der 'éclat' des Helden - Formen auratischer Repräsentation des Helden in Frankreich vom 17. bis zum 19. Jahrhundert
(Teilprojekt im SFB 948: Helden - Heroisierungen - Heroismen)

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Eine andere Geschichte der Moderne? Der Skandal als Schlüsselbegriff der spanischen Kulturgeschichte

Die Geschichte der modernen Gesellschaft wird üblicherweise erzählt als diejenige von Säkularisierung, von Aufklärung und wissenschaftlichem Fortschritt sowie der Entstehung einer kritischen Öffentlichkeit. In der globalisierten, von Ungleichzeitigkeiten gekennzeichneten Welt unserer Gegenwart, in der religiöse Normen und ihre Verletzung wieder virulent sind, erscheint ein solcher Moderne-Begriff zunehmend als defizitär. Die Analyse von Repräsentationsformen des Skandals in seiner ursprünglich religiösen Bedeutung und damit seiner kommunikativen und sozialen Energie als Ausdruck der Konfliktlinien einer bis in die jüngste Vergangenheit überwiegend christlich geprägten Wirklichkeitssicht der spanischen Gesellschaft eröffnet den Blick auf alternative Modernisierungsverläufe bzw. -modelle, die zu einem besseren Verständnis unserer Gegenwart beitragen können. Die Analyse dieser literarischen Funktionalität des Skandals ist ein Desiderat der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung zur Iberoromania und verspricht darüber hinaus allgemeine literatur- und kulturtheoretische wie wissenschaftsgeschichtliche Erkenntnisse.


Das Fremde im Eigenen: Die Figur des indiano in der spanischen Literatur- und Kulturgeschichte

Das Schicksal der indianos - jener Spanier, die nach Amerika emigrierten und später in ihre ehemalige Heimat zurückgekehrt sind - hat bisher vor allem in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, der Regionalgeschichte oder der Migrationsforschung (Stichwort "Rückwanderung") Berücksichtigung gefunden und ist ein Desiderat der Literatur- und Kulturgeschichtsschreibung. Als Repräsentant der spanischen Gesellschaft, zu der er sich in einem Verhältnis von Identität und Differenz zugleich befindet, ist der in zahlreichen Texten vom 16.-20. Jh. thematisierte indiano ein geeigneter Bezugspunkt für die Betrachtung sich wandelnder Selbstbilder innerhalb der spanischen Kultur im Spiegel des Fremden. Seine Geschichte ist das notwendige Komplement zur Geschichte der europäischen Auswanderung nach Süd- und Nordamerika im 19. Jh. und 20. Jh. Sie verspricht darüber hinaus Einblicke typologischer und struktureller Natur in die kulturellen Auswirkungen der Migrationsprozesse unserer globalisierten und postkolonialen Gegenwart.


Tagungsorganisation

1995: "11. Nachwuchskolloquium Romanistik" in Berlin/Potsdam; 08.-11.06.1995, Jagdschloß Glienicke, gemeinsam mit Markus Krist, Rolf Lohse und Richard Waltereit. Drittmittelunterstützung durch das Land Brandenburg, die TU Berlin, FU Berlin, HU Berlin sowie den Deutschen Romanistenverband.

2000: "Theorie des Romans - Roman der Theorie in Frankreich und der Frankophonie", Sektion auf dem 2. Frankoromanistentag in Dresden vom 25.-27.09.2000 (gemeinsam mit Prof. Dr. Ottmar Ette).

2003: "Literatur - Kultur - Medien - Sprache: Neuere Ansätze zur Erforschung des 18. Jahrhunderts in Spanien und Lateinamerika", Sektion auf dem 14. Deutschen Hispanistentag, Regensburg, 06.-09.03.2003 (gemeinsam mit Dr. Christian von Tschilschke).

2010: "Skandal - Repräsentationsformen eines gesellschaftlichen Ärgernisses zwischen religiöser Norm und säkularer Gesellschaft", Tagung am Freiburg Institute of Advanced Studies (FRIAS), 11.03.-13.03.2010 (gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Ruß, Prof. Dr. Dietmar Hüser); vgl. Badische Zeitung Interview, 10.03.2010, Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010: "Vergleichende Skandalologie".

2010: "Transfer der Literaturen - Literaturen des Transfers", "Emmy-Noether Hoch drei & Theorie-workshop". Eine Veranstltung des FRIAS (Frreiburg Institute for Advanced Studies) in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1.-2.07.2010 (gemeinsam mit Prof. Dr. Ottmar Ette).

2011: "Return Migration in der Literatur- und Kulturgeschichte der Romania", Internationale wissenschaftliche Tagung 3/2011, Univ. Freiburg (gemeinsam mit Juniorprof. Dr. Marco Bosshard, Förderung durch DFG, Prof Spanien, Frankreichzentrum der ALU).

2012: Journée d'études commune du FRIAS/Romanisches Seminar (Universität Freiburg) et de l'EA 1337 "Configurations littéraires" (Université de Strasbourg), 15. Juni 2012.

2013: "Wissenschaftsgeschichte und/oder Fachgeschichte? Aufgaben, Methoden und Desiderate der romanistischen Fachgeschichte", Fachtagung am Freiburg Institute of Advanced Studies (FRIAS), 13.2.-15.2.2013 (gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Asholt, Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann).

2013: "Muße und Müßiggang im Spanien des 18. und 19. Jahrhunderts", 10.-12.10.2013, Univ. Freiburg (gemeinsam mit Prof. Dr. Robert Fajen, Universität Halle, Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung, IZEA).

2014: Journée d'études commune du Romanisches Seminar (Universität Freiburg) et de l'EA 1337 "Configurations littéraires" (Université de Strasbourg), 20. Juni 2014.

2016: Sektion zum spanischen 18. und 19. Jahrhundert, "Fenómenos de tranición en los siglos XVIII y XIX", auf dem 19. Kongress der "Asociación Internacional de Hispanistas", 11.-17.07.2016, Münster 2016, gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Schlünder, Prof. Dr. Jan-Henrik Witthaus.