Frühere Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2019

Machiavelli und der Machiavellismus

Vorlesung mittwochs 16 bis 18 Uhr, HS 1015

Der Name Niccolò Machiavellis war bereits zu seinen Lebzeiten notorisch geworden und ist es zum Teil bis heute. Mit dem Label des Machiavellismus verbindet sich in der Regel die Vorstellung einer skrupellosen Politik, die nicht von Ethos, sondern vom Machtwillen getragen ist. Im Florenz der frühen Neuzeit war Machiavelli aber auch als überzeugter Republikaner bekannt, dessen Verständnis von Politik sich vor allem auf Partizipation, Inklusion und damit auf die Beteiligung von oft marginalisierten Gesellschaftsgruppen gründete. In der Vorlesung wollen wir anhand ausgewählter Textpassagen aus den Schriften Machiavellis und seiner Rezipienten diese, aber auch andere Formen des Machiavellismus von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert hinein kennenlernen.
Leistungsanforderungen: Regelmäßige Teilnahme, Textaufgabe sowie:
· für alle Fachstudierenden 2 Klausuren
· für die EPG-TeilnehmerInnen stattdessen 15seitige Hausarbeit zu einer ethischen Fragestellung aus dem Zusammenhang der Vorlesung.

 

Verdi

Hauptseminar  dienstags 14 bis 16 Uhr, HS 1273

Giuseppe Verdi gilt bis heute als Protagonist des Risorgimento und als prägende Figur einer italienischen Nationalkultur. Seine Opern führen uns gleichwohl in die Abgründe der menschlichen Seele und erzählen weniger vom gelingenden Nationbuilding und menschlichen Kulturleistungen denn von dunklen Vorgeschichten und Verhängnis, von zerrissenen Familien und gespaltenen Gemeinwesen, von Eifersucht und Verrat, kurz: von unheilbaren Zerwürfnissen und Tod. War Verdi vermutlich tatsächlich angetreten, diese Zerrissenheit und ihre Verheerungen in der Kombination von Musik, Literatur und Theater in einer Art romantischen harmonie des contraires in Einheit zu überführen, so wollen wir im Seminar anhand der Lektüre der Opernlibrettos, der jeweiligen Aufführungskontexte sowie anhand konkreter Inszenierungsbeispiele fragen, ob diese Rechnung ideologisch aufgeht. Mindestens zwei der folgenden vier Opernlibretti, deren Reclam-Ausgaben in der Buchhandlung Walthari vorrätig sind, sollten vor Beginn des Seminars gelesen sein:

 

  • Rigoletto
  • La traviata
  • Simon Boccanegra
  • Aida

 

Im Rahmen des Seminars wird voraussichtlich ein gemeinsamer Opernbesuch sowie zwei Workshops mit Rainer Karlitschek, Dramaturg an der Bayerischen Staatsoper München stattfinden.

Die Lektürekenntnisse werden ggf. in einem Lektüretest als Studienleistung zu Beginn des Semesters geprüft.

 

Colloquium Philologicum

dienstags 18 bis 20 Uhr, HS 1243

Das Kolloquium dient im Wechsel der Diskussion laufender Forschungsprojekte und Forschungsfragen und der Vorbereitung von Bachelor-, Master- und Zulassungsarbeiten. Die jeweiligen Termine werden in der ersten Sitzung am 23. April 2019 festgelegt.

 

Kolloquium zur Examensvorbereitung Französisch

Das Kolloquium richtet sich an Kandidatinnen und Kandidaten, die im Herbst 2019 die mündliche Staatsexamensprüfung in französischer Literaturwissenschaft ablegen wollen. Die Termine und Veranstaltungsräume finden Sie jeweils unter dem Button ›Staatsexamen‹.

 

Kolloquium zur Examensvorbereitung Italienisch

Das Kolloquium richtet sich an Kandidatinnen und Kandidaten, die im Herbst 2019 die mündliche Staatsexamensprüfung in französischer Literaturwissenschaft ablegen wollen. Die Termine und Veranstaltungsräume finden Sie jeweils unter dem Button ›Staatsexamen‹.

 

 

Vorlesungen und Seminare im Wintersemester 2018/2019

Lieben und Lesen: Eine kleine Literaturgeschichte erotischer Anteilnahme

Vorlesung donnerstags 10–12 Uhr c.t. in R4 (Peterhof)

 Die Liebe erschließt sich in der Literatur – das ist der Ausgangspunkt dieser Vorlesung – nur demjenigen, der auch zu lesen weiß. Texte von Platons »Symposion« über Dantes »Commedia« und den Briefroman bis hin zu Houellebecqs Les particules élémentaires postulieren einen Zusammenhang von Liebe und Lektüre, den sie nicht nur theoretisch formulieren, sondern den der Leser ›buchstäblich‹ nachvollziehen kann. Ziel der Vorlesung ist es, eine alternative Geschichte der europäischen und vor allem romanischen Literaturen zu entwerfen, in der das Lesen als Aktivität reflektiert wird, die, wie die Liebe, die Identität des Menschen formt und entwickelt, aber auch immer wieder aufs Spiel setzt und untergräbt.

 

Die Kultur der Renaissance in Italien

Blockseminar vom 11. bis 13. Februar 2019 von 9–16 Uhr in HS 1231 (Vorbesprechung vor den Räumen 1392/1393 am 22. Oktober 2018 von 14–16 Uhr)

In dem, was Jacob Burckhardt als die »Kultur der Renaissance« in Italien bezeichnet hat, verbindet sich eine bis heute faszinierende politische, künstlerische und soziale Praxis mit einer Reflexion darüber, was Kultur überhaupt bedeuten und leisten kann. Das Seminar verfolgt daher ein doppeltes Anliegen: Zum einen wollen wir anhand ausgewählter Texte und Kunstwerke einen Überblick über die Renaissance als Epoche, aber auch als Denk- und Kunstform gewinnen. Dies soll zum anderen als historsicher Ausgangspunkt für eine systematische Einführung in Themen und Methoden der Kulturwissenschaft dienen.

Der Seminarplan wird in der Vorbesprechung am 22. Oktober 2018 vorgestellt. Die einzelnen Themenblöcke des Blockseminars werden jeweils durch Kurpräsentationen der Studierenden eingeleitet. Grundlage des Seminars ist ein Reader, der auf ILIAS zur Verfügung gestellt wird. Die folgenden Texte werden zur Anschaffung und vorab zur Lektüre empfohlen:

  • Machiavelli, «Il Principe»
  • Castiglione, «Il libro del Cortegiano»

 

Briefroman

Hauptseminar, mittwochs 18–20 Uhr in HS 1108

In Zeiten von Email und WhatsApp erscheinen Briefe als antiquiertes, wenn nicht anachronistisches Mittel der Kommunikation, dessen sich allenfalls Nostalgiker bedienen. Dahingegen wurden Briefe von der Antike bis ins 20. Jahrhundert hinein als regelrechte Ereignisse und sogar Fetische wahrgenommen, die immer auch eine Reflexion darüber implizieren, was ihre Verfasser preisgeben, wie sie ihre(n) Adressaten erreichen oder verfehlen, und welche Botschaft(en) Briefe als Medium transportieren– zum Teil bevor sie überhaupt gelesen werden. Im Hauptseminar wollen wir anhand dreier ganz unterschiedlicher Briefromane (Laclos, «Les liaisons dangereuses», Foscolo, «Ultime lettere di Jacopo Ortis» und Balzac, «Mémoires de deux jeunes mariées») nicht nur verschiedene Kommunikationskulturen erforschen, sondern allgemeinen Fragen der Medialität nachgehen.

Das Seminar ist komparatistisch ausgerichtet. Die Texte werden gegebenenfalls in Übersetzung zugänglich gemacht. Für den Erwerb der ECTS-Punkte ist für Französisch- bzw. Italienisch-StudentInnen jedoch die Arbeit mit den jeweiligen Originalen erforderlich.

Begleitend wird der Besuch der Vorlesung “Lieben und Lesen” (Donnerstag, 10-12 Uhr empfohlen).

Am 17. Oktober findet von 10-12 Uhr eine Vorbesprechung im Vorraum des Büros von Prof. Dr. Judith Frömmer (1391) statt, da die Sitzung um 18 Uhr wegen der Semestereröffnung des Romanischen Seminars entfallen muss. Sollten Sie nicht an der Vorbesprechung teilnehmen können, kontaktieren Sie die Dozentin bitte per Email: judith.froemmer@romanistik.uni-freiburg.de

Das Seminar beginnt in der zweiten Semesterwoche mit einem Workshop “Conversazioni con assenti da Petrarca alla Chat – Gespräche mit Abwesenden von Petrarca bis zum Chat” im Rahmend der «Settimana della lingua italiana nel mondo», die in diesem Jahr dem Thema “L’italiano e la rete, le reti per l’italiano” gewidmet ist.

AKTUELL: Am Mittwoch, 18. Dezember 2018 findet von 10-14 Uhr eine Doppelsitzung im Institutsviertel  in der bHermann-Herder-Straße 9 in Raum 00 003B statt. 

 

Die französische Aufklärung als Gründungsmythos

Hauptseminar, freitags 10–12 Uhr c.t. in HS 1142

Die französische Aufklärung gilt als Epoche und Bewegung, auf die maßgebliche Errungenschaften moderner demokratischer Kulturen zurückgeführt werden. Ihr Ethos wird beschworen, wenn die ihr zugeschriebenen Ideale auf dem Spiel stehen, und ihr Fehlen in Kulturen moniert, die noch nicht durch ihr sprichwörtliches Licht erhellt worden seien. Gleichzeitig hängt auch über den ›philosophes‹ des 18. Jahrhunderts Adornos Verdikt einer »Dialektik der Aufklärung«, die mit dem Befreiungsprozess auch einen universellen Selbstzerstörungsprozess der Moderne in Gang gesetzt habe. Im Seminar wollen wir anhand ausgewählter Texte der französischen Aufklärung verschiedene Schlaglichter auf das «Siècles des Lumières» werfen, um den langen Schatten zu verstehen, den sie auf die Kulturen der (Post-)Moderne geworfen hat.

 

Die Kultur der Renaissance in Italien

Blockseminar vom 11. bis 13. Februar 2019 von 9–16 Uhr in HS 1231 (Vorbesprechung vor den Räumen 1392/1393 am 22. Oktober 2018 von 14–16 Uhr)

In dem, was Jacob Burckhardt als die »Kultur der Renaissance« in Italien bezeichnet hat, verbindet sich eine bis heute faszinierende politische, künstlerische und soziale Praxis mit einer Reflexion darüber, was Kultur überhaupt bedeuten und leisten kann. Das Seminar verfolgt daher ein doppeltes Anliegen: Zum einen wollen wir anhand ausgewählter Texte und Kunstwerke einen Überblick über die Renaissance als Epoche, aber auch als Denk- und Kunstform gewinnen. Dies soll zum anderen als historsicher Ausgangspunkt für eine systematische Einführung in Themen und Methoden der Kulturwissenschaft dienen.

Der Seminarplan wird in der Vorbesprechung am 22. Oktober 2018 vorgestellt. Die einzelnen Themenblöcke des Blockseminars werden jeweils durch Kurpräsentationen der Studierenden eingeleitet. Grundlage des Seminars ist ein Reader, der auf ILIAS zur Verfügung gestellt wird. Die folgenden Texte werden zur Anschaffung und vorab zur Lektüre empfohlen:

  • Machiavelli, «Il Principe»
  • Castiglione, «Il libro del Cortegiano»

 

Schreibwerkstattdonnerstags 18–19 Uhr 

Der Kurs richtet sich an alle, die sich im akademischen Schreiben üben wollen und insbesondere an diejenigen, die eine Abschlussarbeit planen oder schreiben.

 

Examenskolloquium Französische Literaturwissenschaft

Das Kolloquium richtet sich an Kandidatinnen und Kandidaten, die im Frühling 2019 die mündliche Staatsexamensprüfung in französischer Literaturwissenschaft bei Prof. Dr. Judith Frömmer ablegen wollen. Eine Vorbesprechung zum Blockseminar findet am 23. Oktober um 12 Uhr vor dem Büro in Raum 1391 statt.

Weitere Kolloquien finden am 18. Dezember 2018 von 14 bis 18 Uhr und am 22. Januar 2019 von 14 bis 19 Uhr in HS 01 009 (FMF), Stefan-Meier-Straße 21 statt.

Der Raum für die Sitzung am 4. April 2019 von 10 bis 17 Uhr wird noch bekannt gegeben.

 

Examenskolloquium Italienische Literaturwissenschaft

Das Kolloquium richtet sich an Kandidatinnen und Kandidaten, die im Frühling 2019 die mündliche Staatsexamensprüfung in italienischer Literaturwissenschaft bei Prof. Dr. Judith Frömmer ablegen wollen. Eine Vorbesprechung zum Blockseminar findet am 23. Oktober um 13 Uhr vor dem Büro in Raum 1391 statt.

Weitere Kolloquien finden am 14. Dezember 2018 von 14 bis 18 Uhr und am 29. Januar 2019 von 14 bis 18 Uhr in HS 01 009 (FMF), Stefan-Meier-Straße 21 statt.

Der Raum für die Sitzung am 5. April 2019 von 10 bis 17 Uhr wird noch bekannt gegeben.

Sommersemester 2018

Politik der Literatur

Vorlesung, donnerstags 16-18 Uhr, HS 1098

Politik und Literatur haben oft ebenso fruchtbare wie furchtbare Allianzen gebildet. Das Verhältnis zwischen politischen und literarischen Formen ist daher von der Antike bis in die Gegenwart hinein umstritten: Platon wollte bekanntlich die Dichter aus dem Staat vertreiben. Ludwig XIV. nutzte die Macht eines Theaters, das immer auch die Ohnmacht der Herrscher inszeniert. Jean-Paul Sartre glaubte, dass Literatur zwangsläufig im politischen Dienst stehe. Dem Autor Michel Houellebecq wird immer wieder vorgeworfen, dass die Gesellschaftskritik seiner Romane sowohl auf ideologischer als auch auf ästhetischer Ebene geschmacklos sei. Die Vorlesung will anhand dieser und anderer Texte nach den Möglichkeiten einer „Politik der Literatur“ fragen. Im Anschluss an das gleichnamige Buch von Jacques Rancière soll es dabei nicht so sehr um Formen literarischer Rede über politische Inhalte gehen, sondern um die Frage, wie „Literatur als Literatur Politik betreibt“.

 

Michel Houellebecq

Hauptseminar französische Literaturwissenschaft, freitags 14-16 Uhr, HS 1142

Wie kaum ein anderer Autor der Gegenwart hat Michel Houellebecq der Literatur einen Ort zurückerobert, den sie im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren zu haben schien. Im Hauptseminar wollen wir anhand der Lektüre ausgewählter Romane vor allem nach der Rolle des Literarischen und der spezifischen Literarizität der Romane Houellebecqs fragen, um einer „Politik der Literatur“ (Rancière) auf die Spur zu kommen, die in der Rezeption gleichermaßen Begeisterung wie Unverständnis hervorgerufen hat. Begleitend zum Seminar wird daher der Besuch der Vorlesung „Politik der Literatur“ empfohlen. Mindestens zwei der folgenden Romane, die in der Buchhandlung Walthari vorrätig sind, müssen zu Semesterbeginn gelesen sein:

Les particules élémentaires

Plateforme

La possibilité d’une île

Soumission

 

Ariosto, Orlando furioso

Hauptseminar italienische Literaturwissenschaft (Blockseminar)

Ariostos Orlando furioso ist nicht nur ein Text über einen Krieger und Christen, der aus Liebe den Verstand verloren hat, sondern eine epische Reise, die uns mit menschlichen Sehnsüchten und Illusionen, aber auch mit Erfahrungen des Mangels und der Enttäuschung konfrontiert. Im Hauptseminar wollen wir anhand einer Lektüre exemplarischer Canti dem Netz der Geschichten nachgehen, in denen Ariostos epischer Sänger eine andere Geschichte der sogenannten Renaissance erzählt. Das Seminar ist Teil einer Lehrkooperation mit der Germanistik, wo parallel ein Hauptseminar zur Ariosto-Rezeption in Deutschland angeboten wird. Das Seminar sieht außerdem den Besuch der internationalen Fachkonferenz „Ariost in Deutschland. Seine Wirkung in Literatur, Kunst und Musik“ vor, die vom 6. bis 9. Juni 2018 in Freiburg stattfinden wird.

Einige Exemplare der empfohlenen Taschenbuchausgabe, die in zwei Bänden von Lanfranco Caretti bei Einaudi herausgegeben wurde, werden in der Buchhandlung Walthari vorrätig sein.

Kolloquium für das Staatsexamen Französisch, Blockkurse

Kolloquium für das Staatsexamen Italienisch, Blockkurse

Kolloquium für Abschlussarbeiten

donnerstags 18 – 19 Uhr, HS 1234

Wintersemester 2017/18

Episches Erzählen

Vorlesung, mittwochs 16 – 18 Uhr, HS 1098

Während im Epos immer erzählt wird, ist nicht jedes Erzählen episch. In der Vorlesung soll anhand exemplarischer Texte und Filme der europäischen und vor allem der romanischen Literaturen und Kulturen untersucht werden, inwiefern in der epischen Dichtung und Filmkunst die militärischen, politischen und erotischen Projekte, von denen dort erzählt wird, mit dem Projekt des Erzählens selbst in Verbindung stehen und inwiefern (und von wem) das reflektiert wird. Gleichzeitig sollen die Funktionen epischer Erzählungen für soziale und mediale Formen gesellschaftlicher Sinnproduktion vom Epos der Antike über die mittelalterliche Heldendichtung und die Ritterepik der Renaissance bis hin zum Film und zu aktuellen Fernsehserienformaten untersucht werden.

 

Spiel und Ernst im Theater der Klassik

Hauptseminar, donnerstags 10 – 12 Uhr, HS 1034

Einem berühmten Diktum Carl Schmitts zufolge endet das Tragische, wo das Spiel beginnt. Seine These vom „Einbruch der Zeit in das Spiel“, die Schmitt anhand einer viel beachteten Hamlet-Interpretation entwickelt hat, trennt nicht nur Spiel und Tragik, sondern letztlich auch die Ästhetik vom historischen und machtpolitischen Kontext des Theaters. Doch zeugt die Dramenproduktion der frühen Neuzeit gerade in Frankreich immer wieder eindrucksvoll davon, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, sprich wie das Theater absolutistischer Macht immer auch die Macht des Theaters in Szene setzt und umgekehrt. Im Seminar wollen wir diesen Zusammenhang von „Spiel und Ernst“ des Theaters anhand der drei großen Dramatiker der französischen Klassik, Corneille, Racine und Molière, untersuchen und uns dabei immer wieder fragen, inwieweit das Theater als politische und soziale Institution gerade als Spiel und in der Produktion von Schein funktioniert. Die folgenden Texte sollten idealerweise in den Semesterferien gelesen werden: Corneille, Le cid Racine, Phèdre Molière, Le Misanthrope

 

Neorealismo

Hauptseminar, dienstags 16 – 18 Uhr, R 00 020

Im Neorealismo greifen soziale und mediale Dimensionen von Sinnproduktion in einer Weise ineinander, die nicht nur für das Kino stilbildend wurde. Nicht zuletzt im intermedialen Spannungsfeld zwischen Literatur und Film wird das italienische Kino zur Avantgarde des Nachkriegs-Europa. Im Seminar wollen wir die ästhetischen Prinzipien neorealistischen Erzählens in ihren (gesellschafts-)politischen Implikationen erkunden, um auf diese Weise auch zentrale Kategorien der Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft wie „Realismus“, „Montage“, „(Tatsachen-)Bild“, „Geschichte“ oder „Melodramatik“ kennenzulernen und zu reflektieren. Neben den Klassikern des neorealistischen Kinos wie Ossessione (Visconti), Roma città aperta (Rosselini), Ladri di biciclette (De Sica), Riso amaro (De Santis) sollen, je nach Interesse der Teilnehmer, auch die literarischen Ausformungen des Neorealismo bei Vittorini (Conversazione in Sicilia) und Calvino (Il sentiero dei nidi di ragno; Ultimo viene il corvo) einbezogen werden. In Rücksprache mit den Teilnehmern, soll bzw. kann das Seminar zumindest in Teilen auf italienisch gehalten werden. Zur Vorbereitung empfehle ich: Lorenz Engell, „Im Bergwerk der Wirklichkeit“, in: ders., Sinn und Industrie. Einführung in die Filmgeschichte, Frankfurt u. a. 1992, S. 159-186.

Kolloquium für das Staatsexamen Französisch, Blockkurse

Kolloquium für das Staatsexamen Italienisch, Blockkurse

 

Sommersemester 2017

Renaissancehumanismus

Vorlesung, mittwochs 16 – 18 Uhr, HS 3043

Renaissance und Humanismus werden häufig in einem Atemzug erwähnt. Bei beiden Begriffen handelt es sich indes nicht nur um anachronistische Konstruktionen – sie gehen nicht auf die damit bezeichneten Strömungen, sondern auf das 19. Jahrhundert zurück –, sondern signifikanterweise auch (in den meisten europäischen Sprachen) um Fremdwörter. Trotz einer Vielzahl von Missverständnissen und Fehldeutungen, zu denen diese Epochenbegriffe in der Auseinandersetzung mit den jeweiligen historischen Phänomenen geführt haben, setzen sie daher als Denkfiguren nahezu buchstäblich zentrale Problematiken und Fragen, aber vor allem auch die Praktiken ins Werk, die den sogenannten Renaissancehumanismus auszeichnen: Wie konstruieren wir Geschichte? Können wir aus ihr lernen? Wie und zu welchem Zweck erschließen wir uns zeitlich und räumlich entfernte Kulturen? In welchem Verhältnis steht dieses Fremde zum (oft nur vermeintlich) Eigenen unserer Kultur? Inwiefern kann, soll und darf Bildung politisch sein? In der Vorlesung wollen wir diesen Fragen sowohl auf historischer Ebene nachgehen und uns mit exemplarischen Autoren, Texten und Gattungen des europäischen Renaissancehumanismus beschäftigen, dabei aber auch immer wieder nach der analytischen Fruchtbarkeit der darin entworfenen Begriffe, Theorien und Praktiken fragen.

 

Flaubert, Madame Bovary

Proseminar, donnerstags 8:30 – 10 Uhr, HS 1034

Emma Bovary est une femme qui rate sa vie à cause d’une consommation excessive de « drogues romantiques » : des livres et des idées, mais aussi des amours, des vêtements et d’autres fétiches et, à la fin, du poison. En examinant les désirs et les erreurs de cette héroïne « réaliste » notoire, nos lectures exploreront les procédés littéraires de Flaubert, qui ne démasque pas seulement les Bovary et les « Mœurs de Province », mais aussi les habitudes et les rêves des lecteurs qui consomment son roman. Ce cours se propose d’expérimenter des techniques de lecture et des approches diverses de Madame Bovary et de l’écriture flaubertienne et d’engager une discussion critique de la recherche autour du concept contesté du « réalisme ». Des aspects didactiques et (inter-)médiatiques pourront éventuellement être inclus.

Lecture préparatoire : il est indispensable d’avoir lu le roman avant le début du semestre. Pour entrer dans les débats de la recherche, je conseille la lecture de : Jonathan Culler, « The Uses of Madame Bovary », dans : Diacritics

 

Montaigne

Hauptseminar, mittwochs 12 – 14 Uhr, HS 1021

Michel de Montaignes Essais gelten vielen als zeitlose Klassiker, ja als Dokument eines, wie Peter Burke gleich zu Beginn seiner Montaigne-Einführung behauptet, vermeintlichen Zeitgenossen. Im Seminar wollen wir hingegen die Fremdheit und Sperrigkeit dieser Texte zulassen und erforschen, um auf diese Weise einen widerständigen Montaigne kennenzulernen. Bereits im Vorwort seiner literarischen Versuche formuliert dieser mit der berühmten Wendung “Ainsi, lecteur, je suis moy-mesmes la matiere de mon livre” nicht nur die Programmatik, sondern auch die Problematik seiner Essais: Mit der Frage nach dem Ich bzw. dem Subjekt, dem (auch materiellen) Objekt und dem Leser werden ebenso zentrale wie umstrittene Kategorien der Literaturwissenschaft aufgerufen. Entsprechend sieht sich der Leser von Montaignes Essais bis heute mit philologischen, philosophischen, poetologischen und politischen Fragen konfrontiert, die mit den traditionellen Praktiken des Lesens und des Schreibens auch seine Denk- und Handlungsgewohnheiten in Frage stellen und mitunter ad absurdum führen. Im Seminar wollen wir anhand der (nicht immer einfachen) Lektüre exemplarischer Essais nicht nur verschiedene Arten der Montaigne-Interpretation erproben, sondern dabei auch immer wieder unsere eigenen Analyseverfahren auf die Probe stellen.

Textgrundlage:

Michel de Montaigne, Essais, Livres I-III, hg. Alexandre Micha, Paris: Garnier Flammarion 1969.

Zur Einführung:

Hugo Friedrich, Montaigne, Bern: Francke 1949.

Sarah Bakewell, How to Live: A Life of Montaigne in one question and twenty attempts at an Answer, London: Vintage 2011.

 

La nuova serie televisiva italiana

Hauptseminar, dienstags 18 – 21 Uhr, HS 1273

In Italia, il racconto seriale ha una lunga tradizione intermediale. La sua storia si può far risalire ai cantastorie medievali e alla poesia epica rinascimentale, ed è passata attraverso i secoli fino ad arrivare alle odierne serie televisive: un genere che, in questi anni, ha avuto una vera e propria rinascita sotto il ‘cielo’ della pay TV Sky. In questo seminario si vuole indagare la struttura narrativa di alcune di tali serie, come Romanzo CriminaleGomorra1992 e Suburra, le quali costituiscono a tutti gli effetti una parte integrante di un cosmo epico che non solo trascende i limiti fra finzione e verità storica, ma travalica perfino i confini fra i media stessi (poesia, romanzi, film, serie TV). Sui diversi piani del racconto seriale esse presentano storie di corruzione, violenza e tradimenti in un mondo sociale disgregato. Paradossalmente, tuttavia, questo caos sociale e politico appare ordinato da una struttura narrativa facilmente fruibile, non solo dal pubblico italiano, ma anche da quello internazionale. In questo seminario si intende sviluppare una metodologia narratologica intesa a comprendere meglio la specificità di questa struttura seriale, per la quale, in ciascun episodio, si pone fine ad una storia, per poi, al contempo, lasciare intuire che in realtà la stessa storia non è ancora terminata, bensì proseguirà nella puntata, o perfino nella stagione successiva, se non addirittura in appositi sequel e via dicendo.

Dato che guardare integralmente una serie TV chiede molto tempo, coloro che intendono partecipare al corso dovranno prepararsi prima dell’inizio del semestre universitario; idealmente scegliendo sin da ora uno dei titoli tra quelli sopra indicati, cui vorranno dedicarsi durante il corso. Per qualsiasi problema nella reperibilità dei relativi DVD, si prega di contattare la docente.