Lehre

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Wintersemester 2021/22

Il cinema del Neorealismo
(Blockseminar am 29. Oktober 2021, 14. bis 16. Februar 2022)

Der italienische Film der Nachkriegszeit steht im Zeichen der Resistenza: des Widerstandes gegen den Faschismus, aber vor allem auch gegen totalitäre Konstruktionen von Wirklichkeit. Im Rahmen des Seminars wollen wir die ‘neuen Realitäten’, die dieses Kino sichtbar, und in manchen Fällen sogar zum Ausgangspunkt eines gesellschaftlichen Neubeginns machen will, anhand der ‘Klassiker’ des Neorealismo erkunden.

Das Seminar gliedert sich in vier Phasen:

  1. Der erste Teil des Seminars führt anhand exemplarischer Sequenzanalysen aus Rosselinis Paisà in den politischen, sozialen und filmgeschichtlichen Kontext des neorealistischen Films ein.
  2. Danach erarbeiten sich die Studentinnen selbständig das Korpus der Filme, die in den verblockten Sitzungen des Seminars von 14. bis 16. Februar 2022 behandelt werden. Mithilfe einer Auswahlbibliographie und der Anfertigung von Sequenzprotokollen legen sie Dossiers zu dem Film oder Regisseur an, mit dem Sie sich im Laufe des Wintersemesters intensiver beschäftigen wollen. Diese Dossiers (SL) werden mit der Dozentin in individuellen Besprechungsterminen diskutiert. Die Ergebnisse fließen dann in eine Präsentation (SL) im Rahmen des Blockseminars und die abschließende Hausarbeit (PL) ein.
  3. Im ersten Teil des Blockseminars werden wir anhand exemplarischer Sequenzanalysen in Rosselinis Roma città aperta, de Sicas Ladri di biciclette und Viscontis La terra trema den Zusammenhang sozialer und medialer Dimensionen von Sinnproduktion, Sinnentzug und Sinnzersetzung untersuchen, nicht zuletzt um auf diese Weise zentrale Kategorien der Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft wie ‘Realismus’, Montage’, ‘(Tatsachen-, Zeit- und Sinn-)Bild’, ‘Geschichte’ oder ‘Melodramatik’ zu erproben.
  4. Im zweiten Teil des Blockseminars wollen wir anhand von De Santis Riso amaro, Viscontis Bellissima und Pasolinis Mamma Roma insbesondere die geschlechterpolitischen Implikationen neorealistischer Bild- und Erzählstrukturen fokussieren.

Zur Einführung empfohlen:

Lorenz Engell, Sinn und Industrie. Einführung in die Filmgeschichte, Frankfurt a. Main u. a. 1992 (v. a. Kap. 6: “Im Bergwerk der Wirklichkeit”).